Gretzenbacher Velofabrik setzt auf Handarbeit statt Fertigimporte

Die Velomarke Aarios im solothurnischen Gretzenbach lötet als einer der letzten Schweizer Produzenten noch heute jeden Stahlrahmen selber. Schweizer Qualität steht für das Familienunternehmen an oberster Stelle. Damit behauptet es sich erfolgreich gegen günstigere Konkurrenzprodukte aus Asien.

Die Velomarke Aarios hat eine lange Tradition. 1930 wurde die Firma in Aarau gegründet, 1976 übernahm Arnold Ramel. Einige Jahre später verlegte Ramel die Fabrik nach Gretzenbach. Noch heute ist die Marke im Besitz der Familie Ramel. Und während die allermeisten anderen Schweizer Velomarken heute auf fixfertige Rahmen aus Asien setzen, werden in Gretzenbach sämtliche Velorahmen noch selber gelötet.

Der Patron hat die Geschäftsführung unterdessen an seinen Sohn und seine Tochter übergeben, arbeitet aber immer noch im Familienbetrieb mit. 15 Angestellte zählt Aarios, pro Jahr werden 1500 Velos hergestellt – 10 bis 20 Prozent davon massgeschneidert, nach den Wünschen der Kunden.

«  Wir werden nie reich werden. Aber es ist unsere Leidenschaft. »

Arnold Ramel
Patron Aarios AG

Die Aarios-Fahrräder haben ihren Preis. Das Günstigste gibt es für 1200 Franken zu erwerben, das Teuerste für 8000 Franken. «Wir produzieren Qualitätsprodukte und unsere Kunden sind auch bereit, dafür etwas zu bezahlen», sagt Patron Arnold Ramel. Als Beispiel nennt er die Weltenbummler, die mit ihren Tourenfahrräder wochen- oder gar monatelang unterwegs sind.

Trotzdem – der Velobauer sagt, dass er mit günstigen Importwaren aus Asien mehr verdienen würde als mit seinen handgefertigten Qualitätsrahmen. «Wir werden nie reich werden.» Seine Geschäftsstragie ändern und künftig nicht mehr selber Stahlrahmen löten, das lehnt Ramel aber kategorisch ab. «Diese Qualitätsvelos sind unsere Leidenschaft, das geben wir bestimmt nicht auf.»

(Regionaljournal Aargau Solothurn, 17.30 Uhr)