Theater Junge Marie «Hänsel und Gretel» als Flüchtlingsdrama auf Aarauer Theaterbühne

Das Theater Junge Marie führt «Hänsel und Gretel» auf. Nicht in der klassischen Märchenversion, sondern aus aktuellem Anlass verknüpft mit der Geschichte von minderjährigen Flüchtlingen. Dafür wurden Flüchtlinge nach ihrer Geschichte befragt. Ein Austausch mit Zukunft?

Theaterszene

Bildlegende: Hänsel und Gretel auf der Bühne, mit Yan Balistoy, Annina Hunziker, Meret Zangger, Joel Zumbrunnen und Rahel Stork. zvg/David Röthlisberger

Das Theater Junge Marie ist ein Ableger des Aargauer Theaters Marie. Produziert wird für ein jüngeres Publikum. Auf der Bühne Laienschauspieler, die Theaterluft schnuppern möchten, meist mit dem Ziel, eine Schauspielschule zu besuchen.

Diesmal hat sich die Junge Marie an aktuellem Stoff bedient. 2014 waren fast 800 minderjährige Flüchtlinge in der Schweiz. «Kinder, die alleine im Wald auf sich gestellt unterwegs sind, einen Glauben ans Überleben haben – was im Märchen erzählt wird, ist für minderjährige Flüchtlinge Realität», weiss Dramaturgin Maja Bagat. «Deshalb haben wir das Märchen mit Flüchtlingsgeschichten verknüpft.»

Nachhaltige Kontakte zu Flüchtlingen?

Die jungen Theaterschaffenden haben Flüchtlinge interviewt, mit ihnen Nachmittage verbracht, Spiele gespielt. «Dieser Austausch war enorm schön und viel einfacher als gedacht», sagt Maja Bagat im Interview mit SRF.

Noch schöner sei die Begleitung durch eine Klasse der Alten Kantonssschule Aarau. Diese habe sich mit dem Flüchtlingsthema beschäftigt, die Theaterschaffenden bei den Proben besucht, die Flüchtlinge in Aarau besser kennen gelernt.

Man staunte, dass praktisch Gleichaltrige in derselben Stadt wohnen und man sich nicht kennt. «Es wurden Natelnummern ausgetauscht, gemeinsame Essen angedacht», freut sich Maja Bagat. Damit habe das Theaterprojekt auch nachhaltige Wirkung, freut sich die Dramaturgin.

«Hänsel und Gretel»

Die Aufführungen sind eine Koproduktion der Jungen Marie, des Theaters Tuchlaube Aarau und des Theaters Chur.

Die Aufführungen vom Mittwoch, 15., und Samstag, 18. Februar, sind praktisch voll. Nun folgt eine Zusatzaufführung am Sonntag, 19. Februar.