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Aargau Solothurn Häuser, an denen sich Einbrecher die Zähne ausbeissen

Häuser wie Bunker: Ein Aarauer Architekt hat sich seit über 30 Jahren auf den Bau von einbruchsicheren Häusern spezialisiert. Fensterscheiben aus Panzerglas und mehrfach gesicherte Türen sollen die Einbrecher zum Aufgeben bewegen.

August Scherrer steht vor seinem Hauseingang, daneben die Garage.
Legende: Der Aarauer Architekt August Scherrer fürchtet sich (nicht) vor Einbrechern: Sein Haus ist sicher wie ein Bunker. SRF

Während der dunklen Winterzeit hört man jedes Jahr vermehrt Meldungen von Einbrüchen in Wohnhäuser. Der Architekt August Scherrer widmet sich seit über 30 Jahren diesem Thema und baut Häuser, an denen sich Einbrecher die Zähne ausbeissen.

Panzerglas und Mehrfachbolzen

Die klassischen Schwachstellen an Wohnhäusern seien die Fenster und die Balkon- bzw. Terassentüren. Hier versuchten es die Einbrecher immer zuerst, sagt Bernhard Graser von der Kantonspolizei Aargau: «Die Täter versuchen zum Beispiel das Fenster mit einem Schraubenzieher aufzuwuchten. Wenn das nicht klappt, greifen sie immer öfter zu einem Stein und schlagen die Scheibe ein.»

Diese Schwachstellen kennt natürlich auch August Scherrer und er legt deshalb einen besonderen Fokus darauf. «Wenn der Einbrecher das Fenster nicht innerhalb von zwei bis drei Minuten offen hat, dann geht er meistens weiter und versucht es beim nächsten Haus», erklärt der Architekt.

Damit Einbrecher die Nerven verlieren und wieder abziehen, baut Scherrer Fenster  aus dickerem und speziell gefertigtem Glas in seine Häuser ein. In Erdgeschossen sollten sie zusätzlich mit festen Gittern versehen werden, empfiehlt der Experte.

Bei den Türen setzt Scherrer auf Mehrfachbolzen rund um die ganze Türe. «Ein einzelner Riegel beim Türgriff reicht nicht aus», es brauche in alle Richtungen feste Stahlbolzen, welche die Türe fest mit dem Rahmen verbinden. Zusätzlich sollte auch der Rahmen aus festem Stahl sein und nicht aus weicherem Kunststoff.

Sicherheit kostet Geld

Die von Scherrer vorgeschlagenen Massnahmen kosten natürlich zusätzlich. «Bei einem Neubau entsprechen die Kosten ungefähr zwei bis drei Prozent der ganzen Bausumme», das lohne sich aber für die zusätzliche Sicherheit. Wer nicht gleich das ganze Haus mit einbruchssicheren Türen und Fenstern versehen möchte, für den bietet August Scherrer auch eine Minimalvariante.

«Man kann sich zum Beispiel im Schlafzimmer eine Art Reduit bauen, dann werden einfach dort die Türen und Fenster verstärkt und man hat einen Rückzugsort im Falle eines Einbruchs.»

Lebensqualität stimmt trotzdem

Von den ganzen Sicherheitsmassnahmen merke man im Alltag kaum etwas, ist Scherrer überzeugt. «Sowohl Türen als auch Fenster lassen sich ganz normal bedienen, es gibt keinen Unterschied zu normalen Türen oder Fenstern.» Daher komme man sich auch nicht wie in einem Bunker vor.

Bernhard Graser von der Kantonspolizei kennt andere und einfachere Tipps, wie gerade auch Mieter sich besser vor Einbrechern schützen können. «Einerseits sollte man sich unter Nachbarn kennen, damit man gegenseitig merkt, wenn etwas nicht stimmt. Andererseits gibt es kostengünstige Möglichkeiten zum Schutz, zum Beispiel eine automatische Lichtschaltuhr.»

Die Nachbarschaft findet auch Architekt Scherrer wichtig. Von der Zeitschaltuhr fürs Licht ist er allerdings nicht überzeugt. «Das wirkt nur in der Nacht, wenn es dunkel ist. Viele Einbrüche geschehen aber tagsüber.»

Keine absolute Sicherheit

August Scherrer baut seit über 30 Jahren einbruchssichere Häuser. Einmal sei auch in einem solchen Haus eingebrochen worden. Die Besitzer waren allerdings nicht böse und haben Scherrer auch für die weiteren Verbesserungsmassnahmen engagiert.

Überhaupt gibt Scherrer zwar die Garantie, dass er nach den neuesten Sicherheitsstandards arbeitet und die besten Materialien verwendet. Aber: «Absolute Sicherheit gibt es niemals.»

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