Harte Busse für den FC Aarau und ein Spiel ohne Basler Gäste

Die Ausschreitungen nach dem letzten Heimspiel im Brügglifeld gegen Basel haben Folgen. Die Disziplinarkommission der Swiss Football League bestraft den FC Aarau mit einer saftigen Busse und verfügt: Im nächste Spiel gegen Basel gibt es keinen Gästesektor. Der Verein tut sich schwer mit dem Urteil.

Die Basler Fankurve feiert das 3-1 beim Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Aarau und dem FC Basel am Donnerstag, 15. Mai 2014, im Stadion Bruegglifeld in Aarau.

Bildlegende: Nach dem Match feiererten die Basler Fans zuerst ausgelassen ihren Meistertitel – auch mit unerlaubtem Feuerwerk. Keystone

Am 15. Mai schaffte es der FC Aarau gleich doppelt in die Schlagzeilen: Zum einen stand an jenem Tag der FC Basel als neuer Schweizer Meister fest, zum anderen gingen nach dem Spiel Basler Fans auf Aarauer Fans los. Das Schweizer Fernsehen zeigte die Bilder live. Die Aufnahmen lösten einen Sturm der Entrüstung aus. Nun sorgt das Krawall-Spiel vom Mai nochmals für Schlagzeilen.

Basler Hooligans stuermen das Feld und provozieren die Aarauer Hooligans nach dem Sieg und dem Meisterschaftsgewinn ihres Teams nach dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Aarau und dem FC Basel am Donnerstag, 15. Mai 2014, im Stadion Bruegglifeld in Aarau.

Bildlegende: Später nach dem Spiel stürmten Basler Fans das Spielfeld in Aarau. Keystone

Die Disziplinarkommission der Swiss Football League (SFL) bestraft beide Teams für die Ausschreitungen vom 15. Mai. Während Basel eine Busse von 25'000 Franken zahlen soll, wird der FC Aarau härter bestraft: Der Club soll laut SFL eine Busse von 40'000 Franken bezahlen.

Zudem wird beim nächsten Heimspiel des FC Aarau gegen Basel der Gästesektor im Brügglifeld gesperrt. Der gesperrte Gästesektor beim Auftaktspiel in die Super League am 19. Juli bedeutet laut dem FCA Präsidenten Alfred Schmid Ticketeinbussen von 25'000 Franken.

FC Aarau hat laut SFL seine Pflichten verletzt

In der Medienmitteilung der SFL heisst es, dass «der FC Aarau zunächst kausal für Feuerzeugwürfe und den Wurf eines Bartisches aus dem Heimsektor gegen Anhänger des FC Basel 1893 haftet». Der Heimklub habe zudem gegen seine Pflicht verstossen, für Sicherheit und Ordnung zu sorgen.

Der Heimklub habe nach Spielschluss keine sogenannte Sicherheitslinie beim Spielfeldrand gezogen, also dort kein Sicherheitspersonal aufgestellt. Damit habe der FC Aarau in Kauf genommen, dass es zu einer Stürmung des Spielfelds kommen könnte – inklusive Ausschreitungen mit Verletzten.

FC Basel trägt keine Schuld, aber seine Fans schon

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Basler Fans stürmen Spielfeld

3:20 min, aus Schweiz aktuell vom 16.5.2014

Der Gastklub hingegen trage keine organisatorische Schuld. Allerdings sieht es die SFL als erwiesen an, dass auf Basler Fanseite ein «massiver Einsatz von pyrotechnischem Material» stattfand. Auch die «Spielfeldinvasion» sei durch Basler Anhänger passiert, und auch die anschliessende Provokation sei auf Basler Seite passiert.

Beide Schweizer Fussball-Klubs können die Entscheide der Disziplinarkommission innert fünf Tagen beim Rekursgericht des SFL anfechten.

Der FC Aarau hadert mit dem Urteil

Der FC Aarau prüfe diesen Schritt ernsthaft, sagt Präsident Alfred Schmid dem Regionaljournal von Radio SRF. Er zeigt sich enttäuscht vom Urteil: «Es geht am Ziel vorbei, die Chaoten aus dem Stadion aus den Stadien zu verbannen. Daher bin ich enttäuscht, dass man nur mit Geldstrafen auffährt und nicht eine härtere Gangart gegen das Chaotentum vorschlägt».

Selbst habe der FC Aarau seine Lehren gezogen und werde in Zukunft die Sicherheit im Brügglifeld noch mehr ausbauen, so Schmid weiter. Und er hofft, die verantwortlichen Chaoten zur Verantwortung ziehen zu können.