Heilige Verena spielt Nebenrolle in Bad Zurzacher «Verenaspiel»

Das Zurzibiet plante vier Jahre lang das Freilichttheater «Verenaspiel». Nun ist es soweit: Am Mittwochabend ist Premiere. Im modernen Stück geht es aber nicht um die Geschichte der Heiligen Verena.

Grosse Aufregung in Bad Zurzach: Ein Bub will gesehen haben, wie die Verenastatue ihren Kopf bewegte und mit den Augen zwinkerte. Das Gerücht macht die Runde und sorgt für Streit im Dorf. Andere Sorgen haben derweil die drei Freundinnen Jacky, Hanna und Asma. Jacky will einen Schönheitswettbewerb gewinnen, Hanna will schwanger werden, und Asma hat sich in einen Asylbewerber verliebt.

Amina Abdulkadir aus Hunzenschwil spielt Asma. Asma sei eine junge Frau, die sich viele Gedanken über die Gesellschaft und über zwischenmenschliche Beziehungen mache, so die Schauspielerin. «Sie gerät in dieses Spannungsfeld in der Gemeinde Bad Zurzach und ist konfrontiert mit Rassismus und Egoismus.» Amina Abdulkadir kannte die Heilige Verena vor der Produktion nicht. Und: «Ehrlich gesagt, habe ich das Gefühl, ich kenne sie immer noch nicht.»

Theater an einem magischen Ort

Der Aargauer Regisseur Hannes Leo Meier will nicht die Geschichte der Zurzacher Lokalheiligen erzählen. «Wir wollen im Theater der Frage nachgehen, was eine Heilige heute noch für eine Bedeutung hat in der Gesellschaft, und was heilig eigentlich bedeutet.» Die Heilige Verena spielt im modernen Stück aber nur eine Nebenrolle. Sie tritt lediglich als Sängerin in Erscheinung.

Im Freilichttheater spielen 40 Laienschauspieler mit, viele kommen aus dem Zurzibiet. Das Stück wird auf einer Naturplattform am Rhein aufgeführt, dem so genannten Chilebückli. Ein geschichtsträchtiger Ort mit den Ruinen eines Römerkastells und einer Kapelle. Schauspielerin Amina Abdulkadir ist begeistert: «Das Chilebückli ist wirklich ein magischer Ort, hier findet man Ruhe.»

(Regionaljournal Aargau Solothurn, 17:30 Uhr)