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Die Gemeinde Spreitenbach erteilt Hochhausprojekt eine Abfuhr
Aus Schweiz aktuell vom 15.01.2020.
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Hochhausprojekt scheitert klar Ein Scherbenhaufen in Spreitenbach

  • Mit 590 Nein- zu 327 Ja-Stimmen lehnt die Spreitenbacher Gemeindeversammlung eine Zonenplanänderung im Gebiet Neumatt ab.
  • Mit dem klaren Entscheid beerdigen die Stimmbürgerinnen und -bürger ein jahrelang geplantes Grossprojekt für vier neue Hochhäuser mit hunderten neuen Wohnungen.
  • Das klare Resultat ist für Befürworter und Gegner des Projektes überraschend.

Knapp 1000 Spreitenbacherinnen und Spreitenbacher, knapp ein Viertel aller Stimmberechtigten überhaupt, kamen am Dienstagabend in die grosse Halle der Umweltarena. Grund für den Rekordaufmarsch war ein Grossprojekt, das die Gemeinde schon lange beschäftigt.

Direkt neben dem grossen Shopping Center Tivoli, wo heute eine Brache, ein Parkhaus und Parkplätze sind, sollten vier Hochhäuser mit rund 500 neuen Wohnungen entstehen. Dazu ein neuer Stadtplatz inkl. Haltestelle für die neue Limmattalbahn. Neue gute Steuerzahler hätten hierher ziehen sollen und das Gesicht - und die Steuerkraft - der Gemeinde verändern. Hätten.

All diese Argumente des Gemeinderates vermochten die vielen Anwesenden Stimmbürgerinnen und -bürger nicht zu überzeugen. In einer geheimen Abstimmung sprachen sich nach längerer Diskussion zwei Drittel gegen das Projekt aus. Zu viel und zu schnelles Wachstum sei das, hörte man von verschiedenen Leuten.

Scherbenhaufen nach zehn Jahren Planung

Das unerwartet klare Nein überraschte Marcel Suter, der den Kampf gegen das Projekt angeführt hatte: «Ich bin hocherfreut, dachte aber immer es wird sehr knapp.» Ebenso überrascht über das klare Verdikt, allerdings überhaupt nicht erfreut war Valentin Schmid, der Gemeindepräsident von Spreitenbach: «Ich bin nicht nur ein bisschen, ich bin schwer enttäuscht.»

Schmid hatte fast zehn Jahre lang zusammen mit Investoren der Credit Suisse am Projekt gearbeitet und war überzeugt von dessen Nutzen, der Chance, die sich der Gemeinde eröffnet, die Zentrumsrolle im Limmattal zu stärken.

Da es keinen Plan B gibt, bleibt auf dem Areal Neumatt vorderhand alles wie bisher. In den nächsten 10 bis 15 Jahren dürfte kein neues Projekt angedacht werden, vermutet der Gemeindeammann. Wachsen wird die grosse Limmattaler Gemeinde Spreitenbach aber trotzdem. Erst gerade hat der Gemeinderat die Baubewilligung für zwei andere Hochhäuser mit hunderten Wohnungen in unmittelbarer Nähe erteilt.

Rücktritt Gemeindepräsident Valentin Schmid

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Im Anschluss an die gut besuchte Gemeindeversammlung gab Gemeindepräsident Valentin Schmid den Stimmbürgerinnen und -bürgern seinen Rücktritt per Mai 2020 bekannt. Er sei bald acht Jahre im Amt und möchte noch eine neue Herausforderung anpacken, erklärte Schmid. Mit dem abgelehnten Entwicklungsplan Neumatt habe der Rücktritt nichts zu tun. Er habe den Rücktritt schon eine Woche vor der Gemeindeversammlung bei der Aargauer Kantonsregierung eingereicht.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von lorenz Bertsche  (lorenz.bertsche)
    Finde ich super!Man spricht von Klimawandel,Umweltschutz,die Natur schonen usw. Doch man sieht und hört von den"Grossen"immer das gleiche,wie Wachstum um jeden Preis des Geldes wegen,der Steuereinahmen usw., aus lauter Geldgier.Erwartet eigentlich die Wirtschaft noch mehr Zuwanderung da sie überall immer mehr Wohnungen baut.Ich vermute die freuen sich wenn die Bevölkerung in der Schweiz bald auf 10 Millionen wächst.Die"Grossen"erhofft sich dadurch noch mehr Geld zu schaufeln, sind nie zufrieden
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    1. Antwort von Pirmin Koch  (Preemz)
      Denken Sie, dass es für die Umwelt besser wäre, wenn alle Menschen in Einfamilienhäusern leben würden? Diese sind viel Platzineffizienter brauchen so auch mehr Strom und Heizöl. Wohnungen in Blöcken lassen viel Grünraum herum und sind für die Umwelt die bevorzugte Lösung. Nur sehen sie halt nicht so schön aus. In Hongkong hat man auch viel Grünraum wo auf der Fläche des Kantons Uri 7mio Menschen leben.
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  • Kommentar von Anton Wiss  (wito)
    Gemäss Bericht von dieser gv hätten neue und gute Steuerzahler in diese Hochhäuser einziehen sollen. Aber die Mehrheit der Spreitenbacher stimmbürger sieht das anders. Die meisten guten s
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  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Bravo Spreitenbacher*innen!
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