Hochwasserschutz Möhlintal: Beim 2. Anlauf noch mehr Einsprachen

Beim ersten Anlauf gab es 23 Einsprachen, beim zweiten Anlauf ist der Widerstand sogar noch grösser: Das Hochwasserschutzprojekt Möhlintal kommt und kommt nicht vom Fleck. Dabei ist der grösste Teil des Projektes abgesegnet und bereits umgesetzt.

Eigentlich hätte dieser Teil des Hochwasserschutzprojekts Möhlintal der kleinere und damit der einfachere Teil werden sollen. Tatsächlich wird dieser kleine Teil nun immer mehr zum «pièce de résistance», also zur Knacknuss.

Es geht um mehrere Brücken und Stege, die über den Möhlinbach führen. Diese müssten erhöht oder versetzt werden, einige davon müssten gar entfernt werden. Und genau dieser letzte Teil sorgt weiterhin für Unstimmung. Besonders eine kleine Brücke in der Gemeinde Wegenstetten gibt zu reden.

Kleine Brücke mit grosser Wirkung

Das Problem: Die Brücke hat eine gebogene Form und kann deshalb grosse Wassermassen nicht schlucken, es kommt zur Überschwemmungen. Eine mögliche Lösung: «Eine schlankere Brücke, welche die Wassermassen durchleiten kann», erklärt René Berger.

Berger ist Abteilungsleiter Bau und Umwelt der Gemeinde Möhlin und Geschäftsführer des Abwasserverbandes Region Möhlin, welche federführend ist bei diesem Hochwasserschutzprojekt. Eine andere Lösung: Das Bachbett absenken. Doch diese würde unter anderem zu erheblichen Mehrkosten führen und weitere Probleme verursachen, erklärt Berger.

Aus Wegenstetten hat es nun sechs Einsprachen gegeben, gegen die geplante neue, schlanke Brücke. Ausserdem haben Einwohner von Wegenstetten Unterschriften für eine Petition gesammelt, damit ihre Brücke bestehen bleibt. Warum die Wegenstetter so an dieser Brücke hängen, weiss Berger nicht und will sich dazu nicht detailliert äussern.

Private wehren sich

Die Brücke in Wegenstetten ist aber nicht das einzige Problem: 16 weitere Einsprachen kamen aus den anderen Gemeinden, die von den kleinen Massnahmen betroffen sind. Im Wesentlichen geht es darum, dass Veränderungen an Brücken oder dem Bachverlauf private Grundstücke tangieren, erklärt René Berger.

Aber ohne diese kleinen Massnahmen lässt sich das Hochwasserschutzprojekt Möhlintal als Ganzes nicht umsetzen. Nun werden erneut Gespräche mit den Gemeinden und den Einsprechern gesucht, um Lösungen zu finden.

Berger glaubt daran, dass ein Teil der Einsprachen beiseite geschafft werden können. Ganz alles wird so aber nicht gelöst. Berger rechnet damit, dass bald auch der Regierungsrat als juristische Instanz über die ausstehenden Massnahmen beim Möhlinbach entscheiden muss.

Der zweite Anlauf

Als diese kleineren Massnahmen am Möhlinbach im September 2014 öffentlich aufgelegt wurden, gab es bereits mehrere Einsprachen. Damals waren es 23, also eine weniger als nun im zweiten Anlauf. Als Folge davon wurde das Projekt überarbeitet.

Rund die Hälfte der damaligen Einsprecher war nach den ersten Verhandlungen zufrieden. Die andere Hälfte hat sich nun, in der zweiten Runde, erneut zu Wort gemeldet. Hinzu kamen weitere Einsprecher, die sich durch die jüngsten Änderungen nun ebenfalls gestört fühlen.

Das Projekt

11,5 Millionen Franken kostet das Projekt Möhlintal. Kernpunkte sind zwei Wasserrückhaltebecken, die zusammen so viel Wasser fassen wie 100 grosse Olympia-Schwimmbecken. Die Becken wurden bereits gebaut, zwischen Zeiningen und Möhlin sowie zwischen Hellikon und Zuzgen. Zum Projekt gehören auch kleinere Massnahmen, die aber noch umstritten sind.