Höhere Gebühren für Aarauer Altstadt-Beizen sind umstritten

Das sogenannte «Reglement über den Sondergebrauch an Gemeindestrassen» in Aarau ist 24 Jahre alt. Jetzt liegen neue Vorschläge für das Reglement auf dem Tisch. Das Resultat: Deutlich höhere Gebühren für die Nutzung des Stadtgebiets. Detaillisten, Gastrobetriebe und Parteien sind wenig begeistert.

Gäste einer Beiz in einer Altstadt-Gasse in Aarau

Bildlegende: Teure Sitzplätze: Die Restaurants in der Aarauer Altstadt sollen höhere Gebühren für Bestuhlung im Freien bezahlen. Keystone

Die Vorschläge der Stadtpolizei an die Adresse des Stadtrats haben es in sich: Neu soll das Aufstellen eines Zeitungsautomaten in Aarau 300 Franken pro Jahr kosten. Bisher waren es nur 60 Franken. Hinzu kommt, dass Restaurants keine Gratisfläche mehr nutzen dürften in den Gassen der Innenstadt. Bisher waren 18 Quadratmeter gratis. Neu kostet jede Fläche, wenn auch etwas weniger als bisher.

Restaurants rechnen

Trotzdem kann das ins Geld gehen. Das Restaurant «Spaghetti Factory» in der Metzgergasse zum Beispiel nutzt 60 Quadratmeter für Tische und Stühle im Freien. Das koste einiges mehr, sagt der Geschäftsführer auf Anfrage von Radio SRF.

Auch im Nachbarrestaurant «Tuchlaube» lehnt man die deutlich höheren Gebühren ab. «Diese Entwicklung deutet fast daraufhin, dass man keine belebte Altstadt will. Dabei hat Aarau enorm von den schönen Aussenbeizen profitiert», sagt Geschäftsführer Thomas Garcia. Das alte Reglement sei vielleicht luxuriös, aber die deutlich höheren Gebühren seien unverhältnismässig. Für viele Beizen werde es so schwierig, ist er überzeugt.

Parteien protestieren

Ein Kompromiss könnte helfen, heisst es auch in anderen Aarauer Boulevard-Restaurants. Die SP zum Beispiel befürchtet eine leere Altstadt, weil die Restaurantbesitzer sich die hohen Gebühren für die Aussenbestuhlung nicht mehr leisten können. Auch die SVP Aarau Rohr findet die Gebühren zu hoch.

Dass die bisherige Gratisfläche wegfallen soll, sieht die Partei ein. Es müssten aber tiefere Gebühren verlangt werden, findet die SVP. Die Sozialdemokraten wiederum fordern, dass die 18 Quadratmeter Gratisflläche beibehalten werden.

Stadtpolizei beruhigt

Nun ist der Stadtrat Aarau gefordert. Nach der Vernehmlassung muss er jetzt über die Bücher und den Entwurf überarbeiten. Dann berät der Einwohnerrat über die Gebühren in der Innenstadt von Aarau. Umsetzen muss das Ganze am Schluss die Stadtpolizei.

Man sei auf dem Platz Aarau gut aufgestellt, ist Stadtpolizei-Chef Daniel Ringier überzeugt. Auch die neuen Gebühren seien im Vergleich mit anderen Städten moderat.