Höhere Steuern sollen Wohlen aus der Finanzmisere helfen

Die Steuern in der Freiämter Zentrumsgemeinde Wohlen sollen nächstes Jahr um drei Prozentpunkte erhöht werden, von 113 auf 116 Prozent, das schlägt der Gemeinderat vor. Ohne die Steuererhöhung drohe ein Defizit, denn weiteres Sparen sei kaum mehr möglich.

Jetzt müssen die Steuern erhöht werden, heisst es bei der Gemeinde Wohlen, mit fast 16'000 Einwohnern die viertgrösste im Kanton Aargau. Im Budget für das nächste Jahr beantragt der Gemeinderat eine Erhöhung des Steuersatzes um drei Prozentpunkte, von 113 auf 116 Prozent. Andernfalls wäre die finanzielle Belastung nicht mehr tragbar, schreibt der Gemeinderat im Budgetbericht.

Gemeindeschild

Bildlegende: Nun gehe es nicht mehr anders, sagt die Gemeinde: Wohlen muss mit den Steuern rauf. SRF

Die Steuererhöhung sei aus mehreren Gründen dringend nötig:

  • Ausgleich der Rechnung, Vermeidung von Defizit
  • Finanzierung von anstehenden Investitionen
  • Verbesserung der zu geringen Selbstfinanzierung
  • Nettoschulden nicht weiter ansteigen lassen

Fast zwei Millionen Defizit vermeiden

Das Wohler Budget 2017 rechnet mit einem Ertragsüberschuss von 616'000 Franken, dies sei «bescheiden», schreibt der Gemeinderat im Budgetbericht. Diesen kleinen kleinen Überschuss erziele man aber eben nur, wenn man einerseits die Steuern erhöhe und anderseits noch Geld aus einer Reservekasse entnehme.

Die Steuerfusserhöhung würde rund 900'000 Franken zusätzlich in die klamme Gemeindekasse spülen, und aus der Aufwertungsreserve fliesst eine weitere Million ins Budget 2017. Ohne diese beiden Massnahmen würde für 2017 ein Aufwandüberschuss von 1,9 Millionen Franken resultieren.

Ob die Steuern auf das nächste Jahr tatsächlich erhöht werden, darüber muss nun noch der Wohler Einwohnerrat befinden.