Holderbank SO verliert seine Post

Die Post schliesst ihre Filiale in Holderbank. In Zukunft wird der Bevölkerung ein Hausservice angeboten für Pakete, Abholungen und Ein- und Auszahlungen. Eine Postagentur liess sich nicht realisieren.

Ein Postler trägt etwas in sein Auto.

Bildlegende: In vielen Gemeinden der Schweiz funktioniert der Hausservice schon seit vielen Jahren ohne Probleme. Keystone

Die Post-Filiale in Holderbank hat immer weniger zu tun. Deshalb suchte die Post seit längerem nach Alternativen. Es wurde geprüft, ob im Gemeindehaus eine Post-Agentur eingerichtet werden könnte. Auch mit dem Denner-Satelliten im Dorf wurde diese Möglichkeit besprochen. Doch beide Varianten zerschlugen sich.

Nun stellt die Post in Holderbank auf den Hausservice um. In diesem Modell kommt die Post sozusagen an die Haustür. Wer Briefe oder Pakete aufgeben oder Einzahlungen machen will, steckt ein Schild an seinen Briefkasten. Der Pöstler weiss dann, dass er klingeln muss.

So kommen die Leute nicht nur zu Briefmarken, sie können sich sogar Bargeld nach Hause bringen lassen. In der Schweiz gibt es schon in 1250 Gemeinden diesen Hausservice. Im Kanton Solothurn sind es 35 Gemeinden.

Gemeinderat wollte kürzere Öffnungszeiten

Der Gemeinderat von Holderbank hat sich vergeblich gegen diese Umstellung gewehrt. «Wir müssen den Entscheid aber akzeptieren, können nichts dagegen tun», sagt Gemeindepräsident Urs Hubler gegenüber Radio SRF. Der Gemeinderat wollte die Öffnungszeiten der Poststelle reduzieren und die Post so im Dorf behalten. Für die Post war dies aber keine valable Alternative.

Holderbank hat knapp 650 Einwohner. Urs Hubler befürchtet, dass die kleine Gemeinde unattraktiver wird: «Wir müssen für unsere Schule kämpfen, haben nur noch einen Dorfladen. Wie lange die Bank im Dorf bleibt, wissen wir nicht. Wenn man das alles zusammen anschaut, dann ist das schon ein Standort-Nachteil.»