Holzwurmbefall im Archiv der Aargauer Kantonsarchäologie

In der Aargauer Kantonsarchäologie hat sich der sogenannte Hausbock breitgemacht. Der Holzschädling wurde per Zufall entdeckt. Glücklicherweise hat er keine Gegenstände aus der Römerzeit beschädigt.

Kantonsarchäologie Georg Matter steht in einem Archiv vor den Kisten, wo der Holzbock drin lebt

Bildlegende: Kantonsarchäologe Georg Matter vor den Holzkistchen, wo der Hausbock sich besonders wohl fühlt SRF

Als man den Holzschädling entdeckte, brachte man umgehend die Holzgegenstände aus der Römerzeit in Sicherheit, erklärt Kantonsarchäologe Georg Matter gegenüber Radio SRF. «Wir haben die Gegenstände mit Gas behandelt und vakuumiert», sagt Matter gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn.

Glücklicherweise sei nichts beschädigt worden. In den Archiven lagern hautpsächlich Stein- und Tongegenstände. Der Hausbock ist ein Vertreter der Bockkäfer. Dem Kantonsarchiv machten vor allem die Larven zu schaffen. Hier spricht man im Volksmund vom Holzwurm.

Wegen Sparmassnahmen Holzkisten angeschafft

Der Hausbock wurde über die Holzkisten eingeschleppt, in denen die archäologischen Fundstücke gelagert werden. Vor 20 Jahren sei beim Kauf der Kisten aus Kostengründen auf Plastik verzichtet worden, erklärt der Aargauer Kantonsarchäologie Georg Matter. Nun werden die vom Hausbock befallenen Holzkisten jedoch laufend durch Plastikkisten ersetzt.

Nur dank Zufall Schädling entdeckt

Der sehr scheue Schädling wurde im Rahmen einer Inventarisierung des gesamten Archivbestands der Kantonsarchäologie entdeckt. Zwischen 3,5 und 4 MIllionen Gegenstände werden zurzeit erfasst und neu beurteilt. «Dabei entdeckten wir sehr interessante Dinge – beispielsweise Fundgegenstände, die während Jahrzehnten als verschollen galten», erklärt Georg Matter.