Lehrlinge gesucht Hunderte Lehrstellen bleiben in der Region unbesetzt

Lehrling blickt in Vermessungsgerät

Bildlegende: Baufirmen haben Nachwuchssorgen: jede dritte angebotene Lehrstelle ist im Kanton Aargau noch offen. ZVG

Nächste Woche haben viele Lehrlinge ihren ersten Arbeitstag. Hunderte Lehrstellen bleiben in der Region jedoch unbesetzt. Aktuell sind im Kanton Aargau noch etwa 500 Lehrstellen offen, im Kanton Solothurn etwa 300.

Besonders viele offene Stellen gibt es in den Bereichen Bau, Gastgewerbe und Gebäudetechnik. Zu letzterem gehören die Berufe Sanitär, Spengler und Heizungsmonteur. Gemäss René Fasler vom Aargauer Gebäudetechnikverband sei die Situation vergleichbar mit den Vorjahren. Rund ein Drittel der angebotenen Lehrstellen sind noch nicht vergeben.

Fasler führt dies darauf zurück, dass die Gebäudetechnik-Berufe zu wenig bekannt seien. Durch eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Schulen versucht der Verband diesem Missstand zu begegnen. Ausserdem sollen Image-Kampagnen das Ansehen der Bau-Berufe verbessern.

Angebot passt nicht zur Nachfrage

Die Anzahl der offenen Lehrstellen sei etwa gleich hoch wie in den letzten Jahren, heisst es bei den Kantonen Aargau und Solothurn. Die steigenden Anforderungen in vielen Berufen sei kein Grund, dass Unternehmen keine Lehrlinge finden, meint Marc Aurel Hunziker von der Abteilung Berufsbildung im Aargauer Bildungsdepartement. Die Ausbildung der Schüler sei gut genug.

Hauptgrund für die hohe Zahl offener Lehrstellen sei, dass sich Angebot und Nachfrage nicht deckten, ist sich Rudolf Zimmerli vom Solothurner Amt für Berufsbildung sicher. Die von den Lehrbetrieben angebotenen Lehrstellen entsprechen nicht den von den Schülern gewünschten Berufen. Tatsächlich sind kaum noch KV- oder Informatiklehrstellen auf dem Markt.

Konstante Zahlen bei Brückenangeboten

Wer keine Lehrstelle findet, kann ein sogenanntes Brückenangebot besuchen. Dies entspricht einem 10. Schuljahr und ermöglicht es, ein Jahr länger nach einer Lehrstelle zu suchen. Die Zahl der Schüler, die sich für ein solches Angebot entscheiden, ist in beiden Kantonen einigermassen konstant.