Im Birrfeld braucht man bald neue Wasserquellen

Weil die regionale Wasserversorgung Birrfeld (Rewa) aus dem Nitratprojekt aussteigt, dürften die Nitratwerte im Trinkwasser ziemlich schnell wieder ansteigen. Die Gemeinde ist zwar bereits auf der Suche nach neuen Fassungen für Grundwasser. Aber der Zeitplan für die Erschliessung ist sportlich.

Ein grosser Teil des Wassers in den Gemeinden rund um das Birrfeld stammt von vier Quellen in Mülligen.Es stammt aus dem Grundwasserstrom der Reuss. Verwaltet und verteilt wird dieses Wasser von der regionalen Wasserversorgung Birrfeld.

Glas Wasser unter Wasserhahn

Bildlegende: Das Nitratprojekt im Birrfeld wird auf Ende 2015 beendet, in der Folge müssen die Gemeinden neue Quellen erschliessen. Colourbox

Weil nun aber die Rewa aus dem Nitrat-Projekt aussteigt, werden die Bauern im Birrfeld wieder mehr Gemüse anbauen, wodurch auch wieder mehr Nitrat in den Boden gelangt. Als Folge davon sei ziemlich klar, dass die Nitratwerte im Grundwasser wieder ansteigen werden, heisst es dazu beim Aargauer Amt für Umwelt.

Es geht schneller als anderswo

Nun kommt eine Besonderheit des Birrfelds ins Spiel: Das Birrfeld hat laut dem Aargauer Amt für Verbraucherschutz eine andere Wasserdynamik als andere Regionen. Konkret geht es in diesem Gebiet eher schnell, bis Nitrat durch den Boden ins Grundwasser gelangt. Und das könnte nun noch für Hektik sorgen.

Während dieser Prozess an anderen Orten gut und gerne zehn oder mehr Jahre dauern kann, kann es im Birrfeld unter Umständen in knapp einem Jahr passieren, dass eine intensivere Bodennutzung sich in höheren Nitratwerten im Grundwasser niederschlägt.

Bei der Rewa ist man vorbereitet

Auf Anfrage des Regionaljournals Aargau Solothurn heisst es bei der Rewa, man sei vorbereitet. Man rechne zwar mit mindestens zwei Jahren, bis im Grundwasser mehr Nitrat auftritt. Aber auch wenn es schneller ginge, sei das kein Problem, sagt Christian Wernli, Aktuar bei der Rewa: «Wir sind seit Jahren mit der Planung dran, neue Fassungen zu erschliessen, die Pläne liegen bereit.»

Zum Beispiel könne man an der Quelle in Birr, welche kaum mit Nitrat belastet ist, die Fördermenge erhöhen. Oder man könne in Windisch eine Quelle beim Inseli wieder in Betrieb nehmen. Diese speist sich aus dem Aarestrom und ist somit vom Stopp des Nitrat-Projektes im Birrfeld auch nicht betroffen.

Ausserdem gebe auch Projekte, die einen Anschluss an die Wassernetze umliegender Gemeinden vorsehen, auch damit liesse sich ein allfälliger Wasserengpass schnell überbrücken.

Man könne zwar nie so genau vorhersagen wie sich der Nitratgehalt des Grundwassers entwickle, heisst es beim Aargauer Amt für Verbraucherschutz, das für die Trinkwasserkontrolle zuständig ist. Allerdings sagt Sektionsleiterin Irina Nüesch auch: «Früher oder später wird man diese Fassungen nur wegen des Nitratgehaltes nicht mehr brauchen können.» Bis zu diesem Zeitpunkt müssen die Projekte bei der Rewa gesichert sein, der Fahrplan ist sportlich.