Im Solothurner Jura sind die Feuerwehren besonders gefordert

Am Donnerstag ist in Hauenstein-Ifenthal ein ganzer Bauernhof niedergebrannt. Ein Grund für den grossen Schaden war das fehlende Löschwasser. Auch viele andere Bauernhöfe im Jura sind gefährdet, auch wenn die Feuerwehren sich besonders vorbereiten auf diese Einsätze.

Bauernhaus mit Scheune im Vollbrand

Bildlegende: Der abgelegene Hof Horn in Hauenstein wurde am Donnerstag ein Raub der Flammen. Auch andere Höfe im Jura sind gefährdet. Polizei Kanton Solothurn

Brandalarm am Donnerstag: Auf dem Hof Horn oberhalb von Hauenstein-Ifenthal brennt es. Als die Feuerwehrleute auf dem Hof ankommen, stehen Scheune und Wohnhaus bereits in Flammen. Die 2000 Liter Löschwasser aus dem Tanklöschfahrzeug reichen bei so viel Feuer nirgends hin. Einen Hydranten sucht man auf dem Hof Horn aber vergeblich.

Löschwasser über einen Kilometer transportiert

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Bauernhaus am Hauenstein niedergebrannt

1:15 min, aus Schweiz aktuell vom 8.8.2013

«Der Hof Horn gilt feuerwehrtechnisch als abgelegenes Objekt. Dafür gibt es einen speziellen Einsatzplan», erklärt der kantonale Feuerwehrinspektor Paul Haus gegenüber Radio SRF. «In diesem Fall weiss die Feuerwehr, dass sie das Löschwasser vom Hof Mieseren holen muss. Da steht ein Löschwasserbecken mit 40 Kubikmetern Wasser zur Verfügung.»

Der Hof Mieseren ist ungefähr einen Kilometer entfernt. Die Feuerwehrleute müssen eine Leitung legen, mit zwei Motorspritzen Druck erzeugen. Nach einer guten Stunde ist das Löschwasserbecken leer: Dann wird das Wasser sogar von ganz unten im Tal hergeholt. «Dann muss man einen Shuttle-Transport organisieren», erklärt Paul Haus. Viel Aufwand also, ohne grossen Erfolg im Fall Hof Horn.

Hydranten im Jura sind «Wunschtraum»

Wäre es nicht viel einfacher und effizienter, wenn es bei allen Höfen im Solothurner Jura einen Hydranten hätte? «Das ist ein Wunschtraum», erklärt Paul Haus. Aber: «Gerade im Kanton Solothurn wurde in den letzten Jahren viel unternommen.» Wenn ein Bauer auf einem abgelegenen Hof umbaut, dann kommt auch die kantonale Gebäudeversicherung zur Inspektion. «Wir verfügen dann Brandschutz-Massnahmen», erklärt Paul Haus.

«  Gerade im Kanton Solothurn wurde in den letzten Jahren viel unternommen. »

Paul Haus
Feuerwehrinspektor

Zum Beispiel müssen Löschwasser-Becken gebaut werden. Oder aber es werden Hydranten an öffentliche oder private Wasserleitungen angeschlossen. Das geht allerdings nur, wenn der Wasserdruck hoch genug ist. Und wie erwähnt: Solche Massnahmen können nur verfügt werden, wenn sowieso etwas gebaut wird. «Ansonsten fehlt uns die rechtliche Grundlage», sagt der kantonale Feuerwehrinspektor.

In den letzten Jahren seien viele Höfe mit Löschwasser ausgestattet worden, sagt Paul Haus. Der Kanton trägt jeweils auch einen Teil der entstehenden Kosten. Trotzdem: Noch immer gelten zwischen 80 und 100 Höfe und Häuser als «abgelegene Objekte». Auch bei diesen Häusern stehen die Feuerwehrleute bei einem Brand also vor besonderen Herausforderungen.