Import-Hunde im Aargau: 10 Tiere eingeschläfert

Das Amt für Vebraucherschutz im Aargau hat ein arbeitsreiches Jahr 2014 hinter sich, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Jahresbericht hervorgeht. Besondere Aufmerksamkeit widmen die Experten aktuell den Hunden: Es geht um Ereignisse mit Kampfhunden, aber auch um illegale Tier-Importe.

Hunde in einem Tierheim

Bildlegende: Mitleid mit tödlichem Ausgang: Hunde aus Tollwut-Risikoländern werden von den Schweizer Behörden eingeschläfert. Keystone

Die Fachstellen des Amts für Verbraucherschutz beschäftigen sich im letzten Jahr vor allem mit Hunden. Seit Inkrafttreten der Bewilligungspflicht 2012 wurden im Kanton Aargau 886 Haltebewilligungen für potenziell gefährliche Hunde ausgestellt. Derzeit sind 700 Bewilligungen für Listenhunde noch gültig.

Hunde-Vorfälle: Stabile Zahlen

An 516 Vorfällen mit Hunden im vergangenen Jahr waren 33 Listenhunde beteiligt. Bei der Hälfte dieser Fälle wurden Personen leicht bis mittelschwer verletzt, bei der anderen Hälfte handelte es sich um Aggressionen unter Hunden.

Diese Zahlen seien mit anderen Jahren vergleichbar, erklärt Alda Breitenmoser gegenüber SRF. Die Leiterin des Amts für Verbraucherschutz ist zufrieden: «Wir haben uns doch auf relativ tiefem Niveau eingependelt. Und die Fälle sind in aller Regel auch wirklich nicht schwere Fälle.»

Trotzdem hofft Breitenmoser, dass vor allem die Zahl der beteiligten Listenhunde noch sinkt durch die strengen Regelungen für Hundehalter, die sogenannte «Kampfhunde» halten.

Tier-Importe: 10 Hunde eingeschläfert

Viel Arbeit bescheren den kantonalen Stellen auch illegal eingeführte Tiere. «Diese Zahl steigt jeweils in den Sommerferien», erklärt Alda Breitenmoser. Allerdings würden auch über Internet viele Tiere zum Kauf angeboten. «Oftmals sind die Preise tiefer. Manchmal weisen die Hunde aber auch Merkmale auf, die man hier nicht mehr findet. Zum Beispiel kupierte Ohren oder Schwänze.»

Grundsätzlich rate das Verbraucheramt von solchen Käufen im Ausland ab, betont Breitenmoser. Ein Problem sind nämlich eingeschleppte Krankheiten. Vergangenes Jahr wurden zehn Hunde ermittelt, die aus Tollwut-Risikoländern von ausserhalb der EU eingeführt worden waren. Sie wurden eingeschläfert. Die Rechnung dafür mussten die Hundehalter bezahlen, wie es im Jahresbericht heisst.

«Wir versuchen natürlich, die Tötung des Tieres wenn immer möglich zu umgehen», betont Alda Breitenmoser. Die Alternative sei aber eine mehrwöchige Quarantäne für potentiell kranke Hunde. Diesen Aufwand würden viele Tierhalter nicht eingehen wollen. Ganz sicher eingeschläfert werden Tiere, die tatsächlich krank sind.

Tollwut: Verkannte Gefahr

In der ganzen Schweiz wurden im Jahr 2014 laut der Schweizer Tollwut-Zentrale 54 illegal importierte Hunde aus Tollwut-Risikogebieten registriert. «Die Krankheit wird unterschätzt, ist bei uns inzwischen praktisch unbekannt», erklärt Alda Breitenmoser. Allerdings sei die gefährliche Krankheit in ost- und südeuropäischen Ländern noch relativ weit verbreitet.

Mit 10 von 54 registrierten Fällen belegt der Kanton Aargau bei illegalen Hunde-Importen offenbar einen Spitzenplatz. Alda Breitenmoser relativiert allerdings: «Natürlich werden nur die Hunde gezählt, die auch gemeldet werden. Wir gehen davon aus, dass die Meldemoral in den letzten Jahren im Aargau gestiegen ist durch das neue Hundegesetz.»

Dazu kommt, dass der Kanton Aargau als viertgrösster Kanton der Schweiz auch eine grosse Anzahl Hundebesitzer zählt. Im ganzen Kanton sind aktuell ungefähr 36'000 Hunde registriert.

Tierschutzkontrollen: 85 Tiere beschlagnahmt

Bei 306 Tierschutzkontrollen wurden 85 Tiere aller Gattungen beschlagnahmt und artgerecht untergebracht. In sieben Fällen wurden Tierhalteverbote ausgesprochen. Häufig seien in diesen Fällen die Tierhalter aufgrund von sozialen Problemen nicht in der Lage, ihre Tiere artgerecht zu halten, heisst es im Jahresbericht.

Lebensmittel-Kontrollen

Lebensmittelkontrolleur bei der Arbeit in einer Küche.

Keystone

Das Lebensmittelinspektorat hat 3500 Betriebe kontrolliert. Dabei mussten in 13 Betrieben grössere Mengen Lebensmittel beschlagnahmt werden. Ein Betrieb wurde wegen gravierender Missstände vorübergehend geschlossen, in einem weiteren Fall wurde die Abgabe von Speisen untersagt. Übrigens: Falsch deklariertes Pferdefleisch wurde keines gefunden.