In Olten ist Strassenprostitution nur noch über Nacht erlaubt

Der Stadtrat von Olten will verhindern, dass im Industriegebiet schon tagsüber Prostituierte ihre Dienste anbieten. Er hat deshalb die Strassenprostitution von 5 Uhr morgens bis 20 Uhr abends verboten.

Prostitutierte warten auf Freier an einer Strasse.

Bildlegende: Sexarbeiterinnen bieten heute ihre Dienste an der Haslistrasse bereits am Nachmittag an. Olten verbietet dies nun. Keystone

Sexarbeiterinnen würden ihre Dienste heute bereits am frühen Nachmittag anbieten, heisst es in einer Medienmitteilung der Stadt. Bis zu 15 Prostitutierte seien an der Haslistrasse tätig, zum Teil bereits ab 14 Uhr. Die Haslistrasse liege zwar im Industriegebiet, gerade der Radweg daneben werde aber oft auch von Familien und Kindern genutzt.

Der Stadtrat will deshalb die Strassenprostitution tagsüber unterbinden. Vorläufig für ein Jahr wird das Anbieten von Sexdienstleistungen zwischen 5 Uhr morgens und 20 Uhr abends verboten. Die Stadtpolizei muss dieses Regime durchsetzen.

Kein generelles Verbot möglich

Prostitution sei zwar grundsätzlich legal und unterliege der Wirtschaftsfreiheit, heisst es in der Mitteilung weiter. Ein vollumfängliches Verbot der Strassenprostitution sei deshalb unmöglich. Zum «Schutz der öffentlichen Ordnung» dürfe man diese Tätigkeit abereinschränken, hält der Stadtrat fest.

Olten kämpft seit Jahren gegen die Folgen der boomenden Strassenprostitution. Man habe dabei aber "die Anpassungsfähigkeit des Milieus unterschätzt", gibt der Stadtrat zu. Die zum Teil verhängten Fahrverbote würden nun durch die längeren Präsenzzeiten der Prostituierten kompensiert.

Olten steht unter Druck

Der Oltner Strassenstrich beschäftigt die Stadt seit Jahren: Unter anderem verursacht das Gewerbe viel Abfall und Verkehrsprobleme. Das Gewerbe sei nicht nur saisonalen Schwankungen unterworfen, hält der Stadtrat fest. Oft sei auch eine Verlagerung nach Olten zu beobachten, wenn andere Städte ihre Regelungen verschärften.