In Villmergen bleibt Atomstrom Standard

Eine Gemeindeinitiative verlangte, dass zertifizierter Ökostrom zum neuen Standard werden solle. Die Gemeindeversammlung lehnte die Initiative am Freitagabend aber deutlich ab.

Die Villmerger Stimmbürger wollen nicht automatisch mit erneuerbarer Energie beliefert werden: Sie haben am Freitagabend eine entsprechende Initiative mit 103 zu 61 Stimmen deutlich abgelehnt.

Die Initiative verlangte, dass zertifizierter Ökostrom zum neuen Standard wird: Wer weiterhin Atomstrom haben wollte, hätte dies ausdrücklich angeben müssen. An der Gemeindversammlung habe es eine intensive Diskussion gegeben, erklärte der Gemeindeschreiber gegenüber Radio SRF.

Kühlturm mit Dampfwolke des KKW Leibstadt, im Gegenlicht, im Vordergrund die Umrisse von Bäumen.

Bildlegende: Aus den Villmerger Steckdosen fliesst weiterhin Atomstrom. Ökostrom muss extra bestellt werden. Keystone

Der Gemeinderat sprach sich gegen die Initiative aus: Der Bezug des teureren Ökostroms solle weiterhin ein bewusster Entscheid bleiben. Die Initianten hingegen wollten ein Zeichen für den Atomausstieg setzen und Villmergen als Vorreiter-Gemeinde positionieren.

Die Stimmberechtigten in Windisch hatten am 3. März grünes Licht gegeben für grünen Strom: In Windisch fliesst nur noch auf expliziten Wunsch Atomstrom. Auch die Solothurner AEK Energie AG verkauft seit einiger Zeit erneuerbaren Strom als Standard-Produkt.

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Energiewende

8:12 min, aus Rundschau vom 5.6.2013