Ist eine Krähe schuld am Bahn-Chaos zwischen Aarau und Olten?

Am Samstag lief zwischen Aarau und Olten im Bahnverkehr nichts mehr. Ein TGV hatte die Fahrleitung heruntergerissen. Die Ost-Wechs-Achse der SBB war total blockiert. Nun zeigt sich: Ein Vogel könnte mitverantwortlich sein für einen Kurzsschluss und den Ärger von tausenden Passagieren.

TGV zwischen Aarau und Olten

Bildlegende: Dieser TGV war in die Fahrleitungsstörung verwickelt. SRF

Die Untersuchungen zum Unfall eines TGV-Zuges am Samstag zwischen Olten und Aarau laufen noch. Die Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle (SUST) hat sich des Falles angenommen.

Gemäss den SBB könnte ein Tier die Störung verursacht haben. Man habe am Ort des Vorfalls eine tote Krähe gefunden, sagt Mediensprecher Christian Ginsig auf Anfrage von Radio SRF.

Die Krähe war Teil des Problems

Fahrleitung (im Bild nach Vorfall in Nebikon)

Bildlegende: Die Fahrleitung und der TGV-Zug wurden beim Vorfall stark beschädigt. Die Leitung war am Samstagabend repariert. Keystone

Möglicherweise habe der Vogel einen Kurzschluss an der Fahrleitung verursacht. Das sei möglich, habe eine solche Fahrleitung doch eine Stromspannung von 15'000 Volt, gibt Ginsig zu bedenken. Der Lokführer habe jedenfalls vor dem Unfall einen Spannungsabfall registriert.

War die Fahrleitung also bereits beschädigt, als sie der TGV heruntergerissen hat? «Genau wissen wir das noch nicht. Wir wollen auch nicht dem Vogel die Schuld in die Schuhe schieben», meint Christian Ginsig.

Zusammenhang mit Bauarbeiten für Eppenbergtunnel?

Der Unfall passierte in der Wöschnau, wo seit kurzer Zeit die Vorarbeiten für den geplanten Eppenbergtunnel laufen. Das könne reiner Zufall sein, erklärt SBB-Mediensprecher Christian Ginsig im Gespräch. Ein Zusammenhang mit der Baustelle neben den Gleisen sei bis jetzt nicht auszumachen.

Zudem seien ausländische Züge wie der TVG auch nicht problematischer als Schweizer Züge. Die Züge seien für unterschiedliche Stromnetze ausgerüstet. Der Druck auf die Fahrleitung sei diesselbe wie bei Schweizer Zügen.

Kosten für SBB noch unklar

Der beschädigte TGV steht momentan in Olten. Experten aus Frankreich untersuchen den Zug nun. Das Dach und die Scheibe des Zuges wurden enorm in Mitleidenschaft gezogen.

Wieviel der Vorfall die SBB am Schluss kosten wird, kann Mediensprecher Ginsig gegenüber Radio SRF noch nicht abschätzen. Neben den Kosten für die Zugreparatur und das zusätzlich eingesetzte Personal dürften vor allem Entschädigungen für die betroffenen Passagiere ins Gewicht fallen.

Viele Passagiere haben ihre Flüge verpasst

Aufgrund der Störung mussten die Bahnreisenden am Samstag grössere Umwege in Kauf nehmen. Rund 160 Passagiere haben ihren Flug am Flughafen Zürich verpasst. Im Kanton Bern zum Beispiel war bereits Ferienanfang.

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Hunderte SBB-Passagiere stranden

2:10 min, aus Tagesschau vom 20.9.2014