Jahre später: Mann nach Dulliker Raubmord von 1993 angeklagt

Zwei Jahrzehnte nach einem tödlichen Raubüberfall in Dulliken hat die Solothurner Staatsanwaltschaft einen heute 50-jährigen Mann wegen Mordes angeklagt. 1993 war ein 80-jähriger Rentner in seiner Wohnung beim Raubüberfall erstickt worden. Der Witwer war damals von Unbekannten überfallen worden.

Lange konnte das Tötungsdelikt von 1993 in Dulliken nicht geklärt werden. Im Jahr 2008 wurden die Ermittlungen wieder aufgenommen, weil neue Erkenntnisse vorlagen. Die Strafuntersuchung gegen den 50-jährigen Tatverdächtigen sind nun abgeschlossen, wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte.

Dem Mann, der seit über einem Jahr in Untersuchungshaft sitzt, wird vorgeworfen, in der Nacht auf den 1. August 1993 den 80-Jährigen überwältigt, geschlagen und geknebelt zu haben. Das Opfer erstickte. Die Staatsanwaltschaft geht von einem besonders skrupellosen Tatvorgehen aus. Die Tötung sei im Zuge eines Raubüberfalles erfolgt. Die Tat sei «brutal und heimtückisch» ausgeführt worden.

Angeklagter ist teilweise geständig

Polizeisperrband (Symbolbild)

Bildlegende: Im Falle eines Raubmord, der vor zwei Jahrzehnten in Dulliken passiert war, hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Keystone

Der Mann wird sich wegen Mordes vor dem Richteramt Olten-Gösgen verantworten müssen. Er ist geständig, am Tatort gewesen zu sein. Er bestreitet jedoch, den Mord begangen zu haben, wie die Staatsanwaltschaft festhält. Anfänglich hatte er jegliche Beteiligung am Raubüberfall bestritten.

Noch nicht abgeschlossen sind die Ermittlungen gegen einen zweiten Tatverdächtigen, der ebenfalls im Zusammenhang mit dem Raubmord von Dulliken inhaftiert worden war. Es handelt sich um einen 61-Jährigen, der vorübergehend in Untersuchungshaft sass und dank einer Beschwerde aber wieder auf freien Fuss gesetzt werden musste.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft besteht entgegen früherer Annahmen aber kein Zusammenhang mehr zwischen dem Angeklagten und einem ungeklärten Brand mit einem Toten in Olten vom 10. Dezember 1994.