Jetzt ist klar warum es in der JVA Solothurn Stromausfälle gab

Die Ursache von zwei Stromausfällen in der neuen Justizvollzugsanstalt Solothurn ist geklärt. Abklärungen einer unabhängigen Prüfstelle ergaben, dass fehlerhafte Sicherungen eingebaut wurden. Die Kantonsbehörden rechnen mit erneuten Stromausfällen.

Im modernsten Gefängnis der Schweiz wurden also fehlerhafte Sicherungen eingebaut. Bis alle technischen Massnahmen umgesetzt seien, könne es in Teilen der Schwachstrom-Versorgung zu weiteren kurzen Stromausfällen kommen, teilte die Staatskanzlei Solothurn am Mittwoch mit.

JVA Solothurn vor grauem Himmel

Bildlegende: Weitere Ausfälle sind vorprogrammiert. Die Sicherheit sei jedoch nicht gefährdet betont der Kanton. Keystone

Problem wird behoben

Die Stromversorgung der wesentlichen sicherheitsrelevanten Systeme, wie die Ein- und Ausbruch-Meldeanlage oder die Alarmierungen, sei aber jederzeit sichergestellt. Diese Stromversorgung sei zusätzlich separat abgesichert.

David Brunner vom Hochbauamt des Kantons Solothurn erklärte auf Anfrage, dass falsche Sicherungen geliefert worden seien. Die zu schwachen Sicherungen, die korrekt angeschrieben gewesen seien, müssten nun ausgewechselt werden.

Neu aber nicht fehlerfrei

Bei der JVA Solothurn in Deitingen war es im November zu zwei Stromausfällen gekommen. Beim ersten Vorfall war der Strom am Tag für vier Stunden ausgefallen. Als Grund wurden zunächst Bauarbeiten genannt. Beim zweiten Ausfall in der Nacht dauerte es rund 15 Minuten bis die Notstromversorgung anlief.

Die Justizvollzugsanstalt, die direkt an der A1 in Flumenthal/Deitingen liegt, wurde am 1. Juli in Betrieb genommen. Die Belegung der Zellen erfolgt etappenweise bis im kommenden Jahr.

Die JVA Solothurn bietet 96 Haftplätze für erwachsene Männer. 60 Plätze stehen für den geschlossenen Massnahmenvollzug zur Verfügung und 36 Plätze für den geschlossenen Strafvollzug. Die Kosten für die neue JVA beliefen sich auf rund 57 Millionen Franken.