Rettung Inkwilersee Jetzt muss der Saug-Bagger ran

Damit der Inkwilersee nicht vollends verlandet, fahren die Kantone Solothurn und Bern grobes Geschütz auf.

Kleiner See, umgeben von Feldern

Bildlegende: Wird nichts unternommen, könnte der Inkwilersee in 150 bis 200 Jahren verschwunden, bzw. ein Flachmoor sein. zvg / Kanton Solothurn

Seit Jahren liegt der Inkwilersee an der Kantonsgrenze Solothurn-Bern im Krankenbett. Obwohl die Behörden seit langem am See herumdoktern, bessert sich sein Zustand nicht wirklich:

  • Problem 1: Der Inkwilersee verlandet stark, jährlich 1 bis 3 Zentimeter. Er ist im Durchschnitt nur noch zwei Meter tief.
  • Problem 2: Die Wasserqualität ist schlecht. Ab und zu kommt es zu Fischsterben, weil das Wasser an gewissen Tagen zu wenig Sauerstoff hat.

Seit 2011 gibt es ein Sanierungskonzept. Vieles wurde schon unternommen. Nun soll die grösste Massnahme umgesetzt werden. Statt Pillen und Salben gibt es jetzt eine richtige Operation:

  • Die Sedimente (Ablagerungen am Seeboden) sollen entfernt werden. Der See wird dadurch tiefer, das Wasser bekommt 10 Prozent mehr Platz als heute.
  • Der See kann dadurch anderthalb bis zwei Generationen länger überleben.

Entfernt werden könnten die Ablagerungen mit einem Saug-Bagger. Der funktioniert wie ein grosser Feucht-Staubsauger auf einem Floss und würde den Seeboden absaugen. 2014/2015 wurde das im Inkwilersee erfolgreich getestet. Nun werden die Arbeiten aber ausgeschrieben. Es könnte sich auch eine Firma mit einem anderen Verfahren bewerben.

Klar ist: Die Entnahme der Sedimente ist eine heikle Sache. Einfach mit der Schaufel den See ausbaggern geht nicht, das würde zu viel zerstören:

  • Der Inkwilersee ist (auf Solothurner Seite) Naturschutzgebiet: Hier leben seltene Libellen und die grössten Muscheln der Schweiz.
  • Der Inkwilersee ist Unesco-Weltkulturerbe: Im See hat es Überreste der Pfahlbauer.
See mit Seerosen

Bildlegende: Die Idylle trügt: Immer wieder kommt es zu Fischsterben, weil der Inkwilersee manchmal zu wenig Sauerstoff hat. Tschubby / Wikimedia Commons

Am Dienstagabend wurde die Bevölkerung über die Pläne und das weitere Vorgehen informiert:

  • Im Sommer wird der Nutzungsplan mit Sonderbauvorschriften öffentlich aufgelegt (Kanton Solothurn). Einsprachen sind möglich.
  • Frühestens im Herbst kann mit dem Absaugen der Ablagerungen begonnen werden. Es steht ein Zeitfenster von zweieinhalb Jahren zur Verfügung.

Die Kosten für diese grosse Operation am Patient Inkwilersee betragen mehrere hunderttausend Franken. Sie werden von den Kantonen Solothurn und Bern und den See-Gemeinden getragen.

Der Solothurner Kantonsrat hat 2011 das Sanierungskonzept mit einem Kredit von 500'000 Franken genehmigt. Ein grosser Teil dieses Geldes soll nun für die Operation eingesetzt werden.

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