Jodtabletten für alle: Kantone Aargau und Solothurn skeptisch

Der Bund möchte grössere Teile der Bevölkerung mit Jodtabletten versorgen. Diese sollen nach einem AKW-Unglück das Schlimmste verhindern. Die Kantone Aargau und Solothurn befürworten diese Idee grundsätzlich. Sie wollen aber Organisation und Finanzierung ändern.

Ein Pack Jodtabletten liegt auf einer Zeitung mit einem Bericht zum Unglück in Fukushima.

Bildlegende: Im Umkreis von 3 bis 5 Kilometern rund um AKW erhalten alle Schweizer Haushaltungen Jodtabletten für den Notfall. Keystone

Die Bevölkerung im Umkreis von etwa 100 Kilometern rund um die Schweizer AKW soll mit Jodtabletten versorgt werden können. Das ist grob gesagt die Absicht des Bundes. Er möchte deshalb die entsprechende Verordnung anpassen. Die Regierungen der beiden Kantone Aargau und Solothurn haben in diesen Tagen Stellung bezogen.

Grundsätzlich befürworten die Kantone eine Ausweitung der Jod-Versorgung. Jodtabletten verhindern die Aufnahme von Radioaktivität im menschlichen Körper. Rund um die AKW werden sie deshalb vorsorglich verteilt. In der neuen, zusätzlichen Zone sollen die Jodtabletten allerdings nur im Notfall verteilt werden, so die Absicht des Bundes.

Tabletten im voraus abgeben?

Dieses System stösst in Solothurn auf Widerstand. Eine vorsorgliche Verteilung wäre einfacher zu organisieren, schreibt die Solothurner Regierung. Damit könnte die Verteilung im ganzen Kantonsgebiet einheitlich gehandhabt werden.

Umstritten sind aber auch die zusätzlich entstehenden Kosten. Der Bund möchte zwar weiterhin zusammen mit den AKW-Betreibern die Tabletten bezahlen. Die Verteilung allerdings würde gemäss Entwurf zu Lasten der Kantone gehen. Dagegen wehren sich die Kantonsregierungen in Aarau und Solothurn vehement.

AKW-Betreiber sollen Kosten tragen

Die Kosten müssten auch in den neuen Versorgungegebieten nach dem Verursacherprinzip getragen werden, heisst es in der Aargauer Stellungnahme. Die Verursacher der Kosten sind natürlich die AKW-Betreiber.

Die Kantonsregierungen möchten deshalb, dass der Bund seine Pläne noch einmal intensiv überprüft. Gemäss Auskunft der Kantonsverwaltung seien die Eingaben in Bundesbern auch mit der Kantonsregierung von Bern abgesprochen. Damit haben alle AKW-Standortkantone eine mehr oder weniger einheitliche Meinung zur Ausweitugn der Jod-Versorgung. Die Chancen dürften gut stehen, dass der Bund damit auf die Forderungen eingeht.