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Aargau Solothurn Kanton ist zufrieden mit Betrieb in der Asylunterkunft Aarburg

Der Betrieb der umstrittenen kantonalen Asylunterkunft in Aarburg läuft ohne Probleme. Das sagten Vertreter des Kantonalen Sozialdienstes (KSD) am Samstag am «Tag der offenen Türe» in der Unterkunft.

Legende: Video «Tag der offenen Tür in der Asylunterkunft Aarburg» abspielen. Laufzeit 3:05 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 27.10.2014.

In den beiden Wohnhäusern leben derzeit 79 Personen. Der Anfang Juli gestartete Betrieb sei «sehr gut angelaufen», sagt Stephan Müller vom KSD vor den Medien.

«Bislang gibt es keine nennenswerten Probleme.»

In den 13 Wohnungen der beiden vom Kanton gemieteten Wohnhäuser leben mehrheitlich Familien aus Syrien. Weitere Asylsuchende stammen aus Tibet und aus Afghanistan. Es sind Personen im Asylverfahren oder mit einer vorläufigen Aufnahme. Sie leben bereits seit bis zu zwei Jahren in der Schweiz. Sie haben eine Chance, dass das Bundesamt für Migration (BFM) ihr Asylgesuch gutheisst.

Die Kantonsbehörden organisierten für die Bevölkerung einen «Tag der offenen Türe», damit sie einen Blick hinter die Kulissen werfen kann. Rund 70 Personen nutzten die Gelegenheit, sich in den Wohnungen der Asylbewerber umzusehen.

Einfach eingerichtete Wohnungen

Die 3,5-Zimmer grossen Wohnungen sind vom privaten Hauseigentümer renoviert worden. Sie sind einfach eingerichtet. Ein Asylbewerber erhält pro Tag neun Franken für Essen und einen Franken Sackgeld. Pro Monat gibt es 20 Franken für Kleider. Jugendliche im Alter von 6 bis 16 Jahren erhalten acht Franken und einen Franken Sackgeld pro Tag.

«Wir sind sehr glücklich hier in Aarburg», sagt eine junge Asylbewerberin gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF. «Auch mit vielen Nachbarn habe man ein gutes Verhältnis», berichtet eine andere Frau. Auch von den Besuchern gibt es durchaus positive Rückmeldungen: «Man sieht, dass die Leute hier integrationswillig sind und Deutsch lernen möchten», erklärt beispielsweise ein Mann aus der Region.

An den Wochentagen ist jeweils ein Betreuer vor Ort, der als Koordinator und Anlaufstelle für die Asylbewerber arbeitet. In der Nacht steht ein mobiler Sicherheitsdienst des Kantons im Einsatz.

Rechtsstreit ist noch ungeklärt

Noch nicht entschieden ist der Rechtsstreit zwischen dem Kanton und der Gemeinde Aarburg, wie Stephan Campi, Sekretär des kantonalen Departementes Gesundheit und Soziales (DGS) erklärt. Im August hatte das kantonale Baudepartement das vom Gemeinderat verhängte Nutzungsverbot für die beiden Wohnhäuser aufgehoben. Gegen diesen Entscheid reichte der Gemeinderat beim Verwaltungsgericht eine Beschwerde ein.

Der Gemeinderat und ein Teil der Bevölkerung wehrten sich gegen die Unterkunft. In der Gemeinde mit 7300 Einwohnern leben bereits über 30 Asylbewerber. Damit erfüllt Aarburg die kantonale Aufnahmepflicht bereits.

Die Wohnhäuser in der Nähe des Bahnhofes besichtigte am Samstag auch der Sprecher der Gegner, Felix Grendelmeier, der ein «Protestgrillen» gegen die Unterkunft organisiert hatte. Er kritisierte erneut, dass der Kanton die Gemeinde vor vollendete Tatsachen gestellt habe. Auf die Gemeinde kämen Kosten zu, welche diese nicht tragen könne.

4 Kommentare

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  • Kommentar von S. Moser, Bern
    @Bolliger: Ich glaube schon damals hielten Leute wie Sie die damaligen Flüchtlinge für junge Leute mit "ganz anderen Absichten". Die hatten nie eine Chance. Mögen Sie sich noch an die Tamilendebatte erinnern ("Wieso können sich Tamilen Lederjacken leisten?"). Falls Sie den Syrern nicht glauben, wieso sie aus ihrem Land fliehen, es steht Ihnen frei, sich die Situation vor Ort anzusehen und sich dann noch einmal ein Urteil und kein Vorurteil zu bilden.
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    1. Antwort von Rolf Bolliger, Orpund
      Ja, ich störte mich damals, bei den Tamilen-Flüchtlingsbetreuungen, auch an den grosszügigen Lederjacken, die ihnen bezahlt wurden. Aber damals brauchten die Flüchtlings-Unterkünfte aber nicht "rund um die Uhr" einen teuren Bewachungs- und Sicherheitsaufwand, wie er heute leider überall eingesetzt werden muss, geehrter Herr (oder Frau) Moser! Darum schrieb ich untenstehend meine Meinung dazu! Uebrigens: Jedermann hat ein Recht auf freie Meinungsäusserung. Dieses Recht nehme ich mir eben auch!
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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    "steht ein mobiler Sicherheitsdienst des Kantons im Einsatz" "Warum?" fragte ein ehemaliger Flüchtling und meinte noch: "Als ich Flüchtling war, gab es einen Hauswart im Flüchtlingsheim, von 8 bis 16 Uhr."
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    1. Antwort von Rolf Bolliger, Orpund
      Die Frage des "damaligen Flüchtlings" ist einfach zu beantworten: Damals kamen Flüchtlinge, heute kommen junge Leute mit ganz anderen "Absichten" und sozialen Forderungen!
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