Kanton Solothurn setzt auf lokale Stromproduktion

Der Kanton Solothurn hat nach der AKW-Katastrophe von Fukushima und dem Grundsatzentscheid des Bundesrates zum AKW-Ausstieg sein Energiekonzept überarbeitet. Der Regierungsrat setzt auf lokale Stromproduktion und aufs Energiesparen.

Mit dem überarbeiteten Energiekonzept von 2003 will der Regierungsrat den Verbrauch der fossilen Energieträger erheblich reduzieren und die Nutzung erneuerbarer Energien erhöhen, wie die Solothurner Staatskanzlei am Montag mitteilte.

Im Vordergrund eine Solaranlage im Hintergrund Winkraftanlagen.

Bildlegende: Die Solothurner Regierung will auf Energie aus Wasserkaft, Sonne, Wind, Tiefengeothermie, Kehricht und Biomasse setzen. Keystone

Die natürlichen Energiepotenziale für Wärme und Strom auf Kantonsgebiet seien beträchtlich. Bei der Stromproduktion lasse sich im Durchschnitt des Jahres der gegenwärtige Stromverbrauch mit erneuerbarer Produktion annähernd decken.

Strom lokal gewinnen

Neben der Wasserkraft könnte vor allem mit Sonne, Wind, Tiefengeothermie, Kehricht und Biomasse zusätzlich Strom erzeugt werden, wie es im Konzept heisst. Konkret will der Kanton bis 2035 die lokale Stromproduktion um 900 Gigawattstunden (GWh) steigern. Wobei hiervon zwei Drittel erneuerbare Energien sind. Dies wäre eine Verdoppelung gegenüber heute. Ein Drittel sollen Gaskraftwerke ausmachen.

Das Sparpotenzial ist laut Bericht beträchtlich. Der Regierungsrat möchte die fossilen Energien im Gebäudebereich um die Hälfte reduzieren. Dazu soll der Energieverbrauch von Raumwärme und Warmwasser um 30 Prozent gesenkt und die erneuerbare Wärmeproduktion verdoppelt werden. Auch die Industrie solle die Sparpotenziale von rund 10 Prozent nutzen.

Die Volkswirtschaft soll profitieren

Der Regierungsrat gibt sich in seinem Energiekonzept überzeugt, dass sich das finanzielle Engagement volkswirtschaftlich lohnen wird. So löse das Energiekonzept Investitionen aus und vermindere die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern. Diese Abhängigkeit könnte gemäss Konzept teuer zu stehen kommen. Würden sich beispielsweise die Preise für Brenn- und Treibstoffe verdoppeln, so hätte dies im Kanton Solothurn Mehrausgaben von über 600 Millionen Franken pro Jahr zur Folge.