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Kantonsrat Solothurn Bildungskommission will weniger Vergleichstests an Schulen

  • Die Bildungskommission des Solothurner Kantonsparlaments unterstützt einen Vorstoss für weniger Tests und Überprüfungen an Schulen.
  • Auf das Schuljahr 2019/2020 sollen diese «nachhaltig reduziert» werden, so die Forderung aus den Reihen der SVP.
  • Der Regierungsrat lehnt die Forderung ab.
Mädchen schriebt in der Schule.
Legende: Mit weniger Tests und Checks an der Schule geht es auch, findet die Bildungskommission des Solothurner Kantonsrats. Keystone

In den Solothurner Schulen gebe es zu viele Tests, findet Kantonsrat Beat Künzli (SVP). Insgesamt haben 25 Politiker seinen Auftrag unterschrieben – also mehr, als SVP-Vertreter im Rat sitzen. Die Regierung solle konkrete Schritte unternehmen und dem Kantonsrat aufzeigen, wie man die Vergleichstests «nachhaltig reduzieren» könnte.

Der Solothurner Regierungsrat lehnte die Forderung in seiner Antwort ab. Die so genannten Checks seien erst seit kurzer Zeit eingeführt. Änderungen seien noch nicht angebracht, argumentiert die Regierung unter anderem. Die Einführung der Leistungsmessung an der Schule sei zudem politisch gewünscht worden.

Über die Parteigrenzen hinweg

Entgegen der Empfehlung der Regierung unterstützt die Bildungs- und Kulturkommission des Solothurner Kantonsrats (Bikuko) nun die Forderung für weniger Tests. Es sei eher ungewöhnlich, dass sich die Bikuko in Bildungsfragen gegen den Regierungsrat stelle, sagt Kommissions-Vizepräsident Mathias Stricker (SP). Die Forderung habe aber von Mitgliedern über die Parteigrenzen hinweg Unterstützung erhalten. Der Entscheid sei nicht mit einem Zufallsresultat zustande gekommen.

Kritisiert worden seien vor allem die so genannten Checks P3 und S3. P3 in der dritten Primarklasse werde als zu früh empfunden, so Stricker, der als Primarlehrer unterrichtet. Bei S3 im letzten Schuljahr der Oberstufe hingegen sei der Nutzen nicht mehr so gross. Viele Schülerinnen und Schüler müssten in dieser Zeit bereits andere Tests absolvieren, um eine Lehrstelle zu erhalten. Auch ein Argument für den Auftrag seien die Kosten für den Kanton und der Zeitaufwand für die Schulen.

Der Auftrag «Weniger Überprüfungen, Tests und Checks» wird in einer der kommenden Sessionen des Solothurner Kantonsrats behandelt.