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Kantonsspital Aarau Protest und Petition: Ein Baum darf vorerst weiterleben

Mitarbeitende und Bürger wehren sich dagegen, dass ein Baum beim Kantonsspital gefällt wird. Vorerst mit Erfolg. Ein Drama in fünf Akten.

1. Akt: Am Donnerstag werden verschiedene Medien im Aargau über eine bevorstehende Protestaktion am Kantonsspital informiert. Ein 100-jähriger Baum auf dem Vorplatz des Hauptgebäudes soll gefällt werden. Die Mitarbeitenden im Kantonsspital waren darüber im Intranet unterrichtet worden.

Vor dem Baum versammeln sich rund 60 bis 70 Mitarbeitende. Sie wollen die Fällung verhindern. Die Rotbuche gehöre zum Spital, sie sei eine Art «Lebensbaum», die «Seele des Vorplatzes» im Kantonsspital, heisst es vor Ort.

Die Spitalleitung hingegen will den Baum nicht mehr haben. Denn er zieht Krähen an. Das Spital ist schon seit Monaten in den Schlagzeilen wegen seines «Krähenproblems». Die Vögel machen Lärm und Dreck.

2. Akt: Die Spitalleitung will den Baum eigentlich am Freitag fällen. Erneut postieren sich Mitarbeitende, dazu besuchen Journalisten die Szenerie. Der bereits aufgebotene Spezialist wird deshalb im letzten Moment zurückgepfiffen. Die Säge wird nicht angesetzt, der Baum ist vorerst gerettet.

Die Spitalleitung werde am Montag über die Rotbuche entscheiden, heisst es am Freitag von der Medienstelle des Kantonsspitals.

3. Akt: Die Medien im Kanton berichten über den Konflikt. Inzwischen wird auf dem Online-Portal petitio.ch auch eine Unterschriftensammlung lanciert. Bis am Montag haben über 900 Menschen einen Aufruf zur Erhaltung der Rotbuche unterzeichnet.

Legende: Video Demonstration beim Spital Aarau wegen Baumfällung abspielen. Laufzeit 0:28 Minuten.
Aus News-Clip vom 01.02.2018.

4. Akt: Der Verwaltungsrat des Kantonsspitals Aarau befasst sich erneut mit dem Baum auf dem Vorplatz. Und er vertagt den Entscheid erneut. Die Medienstelle lässt ausrichten: «Aufgrund der Vorkommnisse Ende letzter Woche wurde der Entscheid zur Fällung der Rotbuche bis auf Weiteres vertagt.»

Dazu folgt eine ausführliche Begründung, warum die Spitalleitung eine Eliminierung der Rotbuche überhaupt in Betracht zieht. Die Krähenproblematik sei seit 10 Jahren ungelöst - obwohl verschiedenste Methoden ausprobiert wurden. Der Baum vor dem Eingang von Haus 1 sei «am meisten exponiert» und der Vorplatz durch Verunreinigungen der Vögel am stärksten betroffen.

Dazu kommt: «Der Baum steht zudem am Rande des Baufeldes für den geplanten Neubau. Im Rahmen der Vorbereitungsarbeiten ist noch nicht entschieden, welche Bäume weichen müssen. Ziel ist es, möglichst viele von ihnen zu erhalten. Bei der Rotbuche ist aufgrund ihrer Lage eine Fällung möglich.»

Das Drama ist also noch nicht zu Ende. Am nächsten Akt wird wohl bereits geschrieben.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan Gisler (Stefan Gisler)
    Tja... Die Schweiz... Andere Probleme haben wir wohl nicht in der Schweiz. Da wird dann auch noch on SRF ein so grosser Bericht geschrieben...wow... .da also gehen unnütz Gebühren den Baum... Bach runter... Bringt doch etwas das mehr hr Gehalt hat!!!
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    1. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      Wahrscheinlich leistet jeder grosse Baum mehr für die Mit-und Umwelt als so mancher Politiker oder CEO ....
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    2. Antwort von Urs Dupont (udupont)
      Einverstanden mit Ihnen, Frau Kunz. Aber müssen es genau die Bäume sein, die wegen den durch die Zuwanderung verursachten, notwendig gewordenen Infrastrukturerweiterungen am falschen Ort stehen? Macht es Sinn, dafür hunderttausende oder über mehr Fälle gesehen Millionen von Franken auszugeben? Mit sehr viel weniger Geld könnten nachhaltiger und effektiver hunderte von jungen Bäume an geeigneterer Stelle geplanzt werden, die dann mittelfristig deutlich mehr für die Umwelt leisten könnten.
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  • Kommentar von Urs Dupont (udupont)
    Haben die Menschen in der Schweiz denn keine anderen Sorgen mehr, als alle Bäume zu retten? Auch in Schlieren wird ein 6-stelliger Betrag aufgewendet, um einen Baum zu retten, den es noch in zig-tausend-fach gleicher "Ausführung" gibt, während in anderen Teilen der Erde Menschen sterben, weil der eine Dollar pro Tag fehlt, um Lebensmittel zu beschaffen. Pflanzen und Tiere haben bei immer mehr Menschen den viel höheren Stellenwert, als ihre Mitmenschen. Schizophrener geht es fast nicht mehr.
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  • Kommentar von René Balli (René Balli)
    Sie haben Alles ausprobiert um die Krähen zu verteiben, wirklich? Ich glaube es ist eher wegen des Neubaus. Der Baum ist auch eine prima Klimaanlage aber Wirtschaftswachstum kennt keine Gnade!
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    1. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      Krähen sind schon allein wegen ihrer Klugheit und Frechheit prädestiniert für so manche menschliche 'Unzulänglichkeit' als Vorwand für alles Mögliche zu dienen.... Ich denke, Sie liegen mit Ihrer Vermutung da völlig richtig Herr Balli.
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