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Swisslog nach Übernahme Keine Angst vor den Chinesen

Die Aargauer Firma Swisslog gehört seit einem Jahr dem chinesischen Konzern Midea. Bislang gibt kaum Negatives zu berichten.

Roboterwagen in einem Lager
Legende: Ein von Swisslog entwickeltes Lagersystem, in dem vollautomatische Wagen Produkte aus einem Regal zusammenstellen. ZVG / Swisslog

Am Hauptsitz in Buchs bei Aarau deutet nichts auf die Besitzer von Swisslog hin. Keine chinesischen Fahnen oder chinesische Schriftzeichen sind zu sehen. Dabei gehört Swisslog seit gut einem Jahr dem chinesischen Haushaltgeräte-Konzern Midea.

Im letzten Jahr kaufte Midea den deutschen Roboter-Spezialisten Kuka, der zuvor seinerseits Swisslog gekauft hatte. Seit rund einem Jahr ist das Unternehmen, das auf vollautomatische Lagersysteme spezialisiert ist, chinesischen. Im Alltag von Swisslog seien die neuen Besitzer aber bislang kaum zu spüren.

Die Chinesen wollen die Zahlen schneller. Sonst merken wir hier nichts.
Autor: Daniel HauserGeschäftsführer Zentraleuropa Swisslog

Im Moment profitiere Swisslog von den neuen Besitzern. Denn Midea stellt unter anderem Waschmaschinen, Klimaanlagen und Kühlschränke her. Meistens werden diese noch von Hand zusammengebaut. Auch im ehemaligen Billiglohnland China steigen aber die Löhne, so dass Fabriken und Lager immer mehr mit Robotern automatisiert werden.

Hier profitiert auch Swisslog, denn die rund 150 Lager in China haben einen grossen Automatisierungsbedarf. Gute Aussichten für das Aargauer Unternehmen, das noch 2003 knapp am Konkurs vorbei geschlittert war. Trotz dieser guten Aussichten gibt es einige Fragezeichen bei der Übernahme durch Midea.

Roboter
Legende: Ein Robotersystem von Swisslog und Kuka, das in einem zentralen Lager der deutschen Drogeriekette dm verwendet wird. ZVG / Swisslog

Standort-Garantie bis 2023

Chinesische Firmen hatten in der Vergangenheit einige Male europäische Industriefirmen gekauft, sich das Knowhow angeeignet und danach die europäischen Standorte geschlossen. Diese Gefahr sei nicht von der Hand zu weisen, sagt Daniel Hauser. Wenn Swisslog aber gut arbeite, hätten die Chinesen keinen Anlass etwas zu ändern.

Bis ins Jahr 2023 gibt es für Buchs und andere Standorte von Kuka eine Standort-Garantie. Midea hatte dieses Versprechen gegeben, um Kritiker in Deutschland zu beruhigen. Was danach kommt, weiss in der schnelllebigen Roboter-Industrie noch niemand.

Bei Swisslog vertraut man auf die eigene Innovationskraft und darauf, dass die Produkte aus Buchs auch die chinesischen Besitzer überzeugen. Am Ende entscheiden sie, ob in Buchs weiter investiert wird oder nicht.

Aargauer Regierung ist machtlos

Für den Aargauer Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann ist bei Übernahmen von Aargauer Unternehmen nicht entscheidend, ob die Firmen aus China oder aus einem anderen Land kommen. Entscheidend seien die Absichten der Firmen und nicht deren Nationalität. Was ein Konzern mit den übernommenen Firmen vorhat, sei aber meist erst später offensichtlich. Als Politiker könne er bei Übernahmen aber so oder so nicht viel ausrichten, sagt Hofmann. Es gebe keine Gesetze, die einen Eingriff in die Wirtschaft erlaube.