Kilian Braun: Auf Kufen durch den Eiskanal

Ice-Cross-Downhiller rasen auf Schlittschuhen Eispisten hinunter. Bei Tempi bis 70 Stundenkilometern geht es dabei Mann gegen Mann durch Steilwandkurven und über Sprünge von mehr als 10 Metern Weite. Der Rothrister Kilian Braun fährt in der Weltelite mit.

Kilian Braun auf Piste

Bildlegende: MIt bis zu 70 km/h die Eispiste hinunter im direkten Kampf mit drei anderen Fahrern – Kilian Braun in Action. zvg

Als er Ice-Cross-Downhill im Internet entdeckte, war für den damals 20-jährigen Kilian Braun klar: Das will ich auch versuchen! Gesagt getan – nach dem ersten Start im Jahr 2008 gab es kein Zurück mehr.

Der sportbegeisterte Braun hat seine Passion gefunden und sich in dieser noch jungen Disziplin rasch etabliert. Als ehemaliger Eishockeyspieler, Skilehrer und Mountainbiker waren die Voraussetzungen dazu gegeben. Höhepunkt seiner Ice-Cross-Downhill-Laufbahn ist der Gewinn der Teamgoldmedaille 2012.

Der Adrenalin-Kick

Rückblende: Den Hang zum Abenteuer hat Kilian Braun im Blut. Schon als Kind war er immer auf der Suche nach dem Adrenalinkick – egal ob auf dem Velo, auf den Skiern oder mit den Schlittschuhen: immer extrem, immer mit Jumps, rückwärts, Kopf voran, immer so, dass es den Eltern angst und bange werden musste.

Dass es dabei auch mal die eine oder andere Verletzung gegeben hat, ist fast logisch. Beklagen wolle er sich aber nicht; in Anbetracht der Risiken, der sich Ice-Cross-Downhiller aussetzten, sei er bisher glimpflich davon gekommen, sagt Kilian Braun – ein paar Knochenbrüche und eine Gehirnerschütterung, mehr habe er in seinem Leben bisher nicht einstecken müssen.

Schnell, weit, eng

Immerhin würden bei den Rennen Tempi bis zu 70 km/h erreicht und die Eispisten seien gespickt mit Sprüngen, engen Kurven und steilen Passagen. Im Duell Mann gegen Mann kommt es immer wieder zu Stürzen, die oft spektakulärer aussehen als sie sind.

«Wenn es mich auf die Fresse haut, stehe ich sofort auf und kämpfe weiter», sagt Kilian Braun. Die Ausrüstung im Ice-Cross-Downhill sei vergleichbar mit einer Eishockeyausrüstung, in einer Art Light-Version, damit man beweglicher sei.

Hartes Brot

Obwohl Kilian Braun zu den besten Athleten im Ice-Cross-Downhill gehört, kann er nicht davon leben. Der gelernte Schreiner muss sich finanziell selber über Wasser halten. Zusammen mit Kollegen will er die spektakuläre Randsportart, die mit ihren Events in die Städte dieser Welt geht, in der Schweiz besser strukturieren, «damit wir für Sponsoren interessanter werden», wie er sagt.

Warum ausgerechnet Ice-Cross-Downhill und nicht eine lukrativere Sportart, wie beispielsweise Eishockey? Ihm gefalle die familiäre Atmosphäre in der Ice-Cross-Downhill-Szene antwortet der lebensfrohe Braun auf diese Frage und gibt zu, dass ihm als Eishockeyspieler der letzte Biss gefehlt habe, um ganz nach oben zu kommen.

Diese Saison will Kilian Braun bester Schweizer bleiben und wenn möglich in der Weltrangliste einen Schritt nach vorne kommen – aktuell ist er die Nummer 10. Es stehe eine lange Saison auf dem Programm, mit vielen Rennen auch in Übersee. Punkten kann man in der Red-Bull-Crashed-Ice-Serie und im Riders Cup. Los geht es am nächsten Wochenende in St.Paul USA.