Kinder fürs Programmieren begeistern an der FHNW Brugg

Die Kinder wollen, sie können und sie sollen auch, so die Botschaft des Lehrstuhls für informatische Bildung an der Pädagogischen Hochschule der FHNW in Brugg. Informatik und Programmieren sind Themen, die Kinder faszinieren, man muss sie nur richtig vermitteln. Darum geht es im «Frogger» Workshop.

«Frogger» ist ein Computerspiel, das die Kinder im Workshop an der FHNW selber programmieren können. Die dazu nötigen Werkzeuge sind in eine einfach gestaltete Programmier-Software eingebaut. Eine gedruckte Anleitung führt Schritt für Schritt zum eigenen Computerspiel.

Mit dieser Spielprogrammierung führt die Pädagogische Hochschule in Brugg Kindern spielerisch ans Programmieren heran und macht damit sehr gute Erfahrungen.

Vertieft in die eigene Computerwelt

Rund 25 Kinder zwischen 10 und 14 Jahren sitzen verteilt an verschiedenen Tischen. Alle haben einen Laptop vor sich und klicken flink mit der Maus über den Bildschirm. Vorne im Raum steht eine Expertin der FHNW und erklärt an einem Videoscreen, was die Kinder alles machen können.

Die Kinder aus zwei Brugger Schulklassen haben sich freiwillig für diesen Informatik-Workshop gemeldet. Sie sind voller Neugier und Interesse und vertiefen sich schnell in ihre Computerwelt. «Es gefällt mir hier frei zu gestalten», sagt ein Mädchen. Ein Junge ergänzt: «Die Ideen kommen wie von alleine, wenn man mal angefangen hat.»

Neues Programm – kein Problem

Die Schülerinnen und Schüler steuern wie selbstverständlich durch das Programm, das sie eben erst kennengelernt haben. Es sei auch gar nicht so schwierig, wie sie es sich vorgestellt hätten, sagen viele. Sogar «eigentlich ziemlich einfach», meint ein Mädchen verschmitzt.

Ein Junge erklärt eben noch, wie die Steuerung seiner Figur, des Frosches Frogger, zu programmieren sei. Wenige Momente später hüpft der Frosch, gesteuert über die Pfeiltasten der Computertastatur, durch das selbst gestaltete Level.

Der spielerische Umgang scheint zu funktionieren, die Kinder haben Spass und sie lernen dabei den Umgang mit einer einfachen Programmiersoftware. Genau darum gehe es hier, meinen die Experten.

Spielerisches Lernen funktioniert

Es gehe nur über die Motivation der Kinder erklärt Professor Alexander Repenning, der Leiter des Lehrstuhls für informatische Bildung an der FHNW in Brugg. «In der Schweiz wird sonst eher zuerst an Kompetenzen gedacht und die Motivation soll daraus folgen. Wir kehren das um.»

Seine wissenschaftliche Mitarbeitern Nora Escherle ergänzt: «Der spielerische Umgang heisst nicht, dass nichts gelernt wird.» Es sei im Gegenteil so, dass genau so gute Lerneffekte erzielt würden.

FHNW Brugg mit Pionierrolle

Generell sei die Schweiz etwas im Hintertreffen, was die Informatikbildung an der Schule angeht. «Andere Länder sind hier viel weiter», meint Alexander Repenning, der schon in verschiedenen Ländern im Bereich der Informatikbildung tätig war.

Nun jedoch holt die Schweiz auf, unter anderem wegen der FHNW. Hier ist das erste und bisher einzige Schweizer Institut für informatische Bildung, also ein Team, das sich damit beschäftigt, wie in der Volksschule Informatik an Kinder vermittelt werden kann. Das ist aber noch nicht alles.

Ab 2017 führt die FHWN in der Lehrerausbildung als erste Hochschule der Schweiz obligatorische Stunden in Informatikbildung ein.