Kinobetreiber in der Region glauben an die Zukunft

In Schöftland entsteht ein grosser Freizeitkomplex, dessen Herz ein Kino mit fünf Sälen ist. Besitzer Rolf Häfeli investiert über 20 Millionen Franken in das Projekt. Auch sein Kino soll dadurch zukunftsfähig werden. Andere Kinobetreiber verfolgen ebenfalls neue Ansätze.

Kinobetreiber Rolf Häfeli gibt zu: Zu Hause hat er noch viele hundert Filmrollen. Am liebsten schaue er sich die Streifen in seinem privaten Kino auf einem alten Projektor an. Aber in seinem neuen Kino, dem Cinema 8, gibt es keine 35mm-Rollen mehr. Dort wird nur noch digital projiziert.

Die Digitaltechnik bietet den Kinos viele neue Möglichkeiten. So sind viel mehr Kopien als früher verfügbar. Filme können in der Originalversion gezeigt werden, synchronisiert oder auch mit Untertiteln. Und wenn ein Film gut läuft, kann er gleichzeitig in mehreren Sälen programmiert werden. So kann das Kino ein attraktives Programm anbieten und die Säle je nach Bedarf füllen.

Die Digitaltechnik ermöglicht es auch, die Kinos multifunktional zu nutzen. So können Firmen in den Sälen Präsentationen machen. Bis zu 1200 Personen gleichzeitig können an solchen Anlässen teilnehmen.

Kino mit viel Darumherum

Das Cinema 8 ist auch in der Lage, diese Menschenmassen zu verpflegen. Drei Restaurants und diverse Bars gehören zum Komplex. Und wer noch weitere Unterhaltungsmöglichkeiten sucht, findet diese zum Beispiel in der Bowling-Halle mit acht Bahnen.

Rolf Häfeli sieht seine Zukunft als Kinobetreiber in der Diversifizierung. Mit seinem Angebot, zu dem auch ein Hotel gehört, will er ein Publikum ansprechen, das weit über Schöftland hinausgeht. Denn das Dorf hat nur gerade 4000 Einwohner.

Rolf Häfeli kann seinen neuen Unterhaltungs-Komplex nicht gerade auf der grünen Wiese bauen, aber im Industriegebiet von Schöftland. Dort gehört ihm bzw. seinem Vater sehr viel Land. Der Kinobetreiber hat also genügend Raum für die Expansion.

Von solchen Verhältnissen kann Rolf Portmann, Besitzer der Kinos Ideal und Schloss in Aarau, nur träumen. Schon lange möchte auch er expandieren und zum Beispiel den Gastrobereich seiner Kinos ausbauen. Aber es gelingt ihm einfach nicht, benachbarte Gebäude zu kaufen. So muss er sich vorerst auf das Filmgeschäft im engeren Sinn konzentrieren.

Oper und Ballett im Kino

Dort versucht Rolf Portmann, neue Besucherschichten anzusprechen. Gelungen ist ihm das zum Beispiel mit «Opera Passion». Einmal im Monat überträgt Rolf Portmann live Opern oder Ballett-Aufführung aus der Royal Albert Hall in London. Es sind aufwändige Produktionen mit verschiedenen Kameraeinstellungen und Hintergrundinformationen.

Möglich machen es die Satellitentechnik und die digitale Projektion. Das Angebot stösst auf ein gutes Echo. 150 bis 200 Personen besuchen die Oper- und Ballett-Übertragungen. Sie bezahlen mehr als für ein normales Kinoticket, aber immer noch sehr viel weniger als für einen «richtigen» Opernbesuch.

Kino als sozialer Treffpunkt

Ebenfalls schon lange im Kinogeschäft ist Konrad Schibli. Er betreibt unter der Marke «Youcinema» Kinos in Olten, Oftringen und Brugg. In Brugg führt er ein kleines Kino, dort setzt er auf gemütliche Ambiance. In Oftringen kann er mit der grösseren Kelle anrichten. Dort hat er fünf Säle, Restaurants und Event-Lokalitäten. Neben dem normalen Kinoprogramm besteht das Programm von Youcinema in Oftringen auch aus Game-Anlässen und aus Sport-Übertragungen.

Für Konrad Schibli ist klar: Auch wenn jeder zu Hause sozusagen auf Knopfdruck jeden beliebigen Film konsumieren kann und das sogar in Dolby-Surround und 3D, wird das Kino überleben als sozialer Raum. Die Leute wollen sich treffen, ist Konrad Schibli überzeugt. «Sie haben ja zu Hause auch eine Küche und trotzdem gehen Sie immer noch ins Restaurant.»