Koblenz will Entschädigung vom Bund

Früher hat man finanziell vom Grenzübergang Koblenz profitiert, mittlerweile bleibt nur der Stau. Jetzt will die Gemeinde Geld vom Bund. Eine Entschädigung wird gefordert.

Stau auf der Dorfstrasse von Koblenz, rechts Strassenschild mit Hinweis auf Zoll.

Bildlegende: Das übliche Dorfbild in Koblenz: Der Grenzverkehr staut sich im Dorf. Dafür will die Gemeinde nun entschädigt werden. Keystone

Die Gemeinde Koblenz ist vielen bekannt, weil hier der Grenzübertritt via Rheinbrücke nach Deutschland stattfindet. Für Gemeinderat Arnold Näf ist klar: «Der Grenzübergang in Koblenz ist einer der wichtigsten in der Schweiz.» 13‘000 Fahrzeuge fahren dort über den Rhein nach Deutschland und quälen sich zuvor im Stau durch das Dorf.

«Früher hatten wir Arbeitsplätze und Steuereinnahmen – dank der Zollverwaltung. Heute ist das alles weg.» Deshalb soll der Bund nun zahlen, findet die Gemeinde Koblenz. Eine Abgeltung für den Grenzübergang und seine Folgen für die Gemeinde, so lautet die Idee. Konkrete Forderungen gibt es aber nicht. «Das ist Verhandlungssache», sagt Arnold Näf. Ein Gespräch mit dem Bund sei terminiert. Und der Kanton Aargau hat laut Näf seine Unterstützung zugesichert.

Koblenz geniesst die «Auszeit»

Seit Montag wird die Rheinbrücke in Koblenz saniert und der Verkehr grossräumig umgeleitet. Das bedeutet Lebensqualität für die rund 1‘500 Einwohner. «Wir müssen uns jetzt nicht schon in Baden überlegen, wie wir am besten nach Hause kommen», erklärt Arnold Näf die Situation. Momentan geniesst Koblenz also die «Auszeit». Der Gernzübergang wird nämlich bis September saniert, der grosse Verkehr bleibt bis dann wohl aus.

Autos und Lastwagen fahren bis Ende September bei Stein, Laufenburg oder Bad Zurzach über die Grenze. Oder umfahren den Aargau gar grossräumig, wie die Erfahrungen der ersten Tage gezeigt haben. Anfang Woche haben sich die Fahrzeuge unter anderem in Schaffhausen gestaut.

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