Konrad von Allmen hat noch grosse Ziele

Der Waffenläufer Konrad von Allmen aus Olten konnte dieses Jahr zum vierten Mal in Folge die Gesamtwertung der Schweizer Waffenlaufsaison gewinnen. Der ehemalige Ultra-Triathlet möchte sich aber nicht auf diesem Erfolg ausruhen, sondern sucht neue Herausforderungen, auch ausserhalb des Waffenlaufes.

Konrad von Allmen kam durch einen Zufall zum Waffenlauf. Bis Ende 2011 war der 44-jährige Oltner als Eliteläufer vor allem in Ultra-Distanz-Rennen und Triathlons am Start, also an Rennnen, welche die Marathondistanz übersteigen, zum Beispiel Iron-Man-Rennen, Inferno-Marathon und ähnliches.

Ein Freund aus dem Schweizer Waffenlauf-Verein konnte ihn dann zu einer Teilnahme an einem Waffenlauf überreden. Ich sagte mir damals: «Wer ein richtiger Schweizer Läufer sein will, der muss einmal einen Waffenlauf erlebt haben», erinnert sich von Allmen im Gespräch mit dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF.

Dazu kam, dass Waffenläufe eine optimale Vorbereitung für eines seiner grössten Projekte waren. Von Allmen nahm sich nämlich vor am Marthon des Sables in der Wüste Marokkos teilzunehmen. Bei diesem 7-tägigen Extremrennen müssen die Teilnehmer rund 230 Kilometer quer durch die Wüste zurücklegen und dabei ihr gesamtes Gepäck inklusive Essen selber mitschleppen.

«  «Es hat mich dann einfach gepackt» »

Konrad von Allmen
Waffenlauf-Spezialist aus Olten

Als Vorbereitung für dieses Grossprojekt nahm er darum in der Schweiz an einem Waffenlauf teil: «Es schien mir eine gute Gelegenheit zu sein, das Laufen mit Gepäck ohne grossen Reiseaufwand unter Rennbedinungen zu üben», sagt von Allmen. Und dann habe es ihn einfach gepackt.

Nicht nur der Sieger steht im Mittelpunkt

Konrad von Allmen rennt in Uniform mit Gewehr über eine Quartierstrasse.

Bildlegende: Konrad von Allmen am Frauenfelder Militärwettmarsch 2012: Damals gewann von Allmen souverän. flickr/nggalai/Sascha Erni

Es war die ganze Stimmung an den Waffenläufen die den Oltner faszinierten. Man stelle sich einen Waffenlauf vielleicht sehr militärisch vor, aber das sei nicht so, eher sei es ein geselliger Sportanlass bei dem die Leistung zwar wichtig, aber nicht alles sei. «Wenn einer seinen 200. Waffenlauf absolviert, dann erhält er bei der Siegerehrung mehr Auferksamkeit als der Gewinner», erzählt von Allmen und fügt an, es gehe auch um eine regelmässige Teilnahme.

Dies sei einer der Gründe, warum er jeweils auch bei allen offiziellen Rennen der Waffenlauf-Meisterschaft an den Start ging, obwohl das bisweilen ziemlich anstrengend ist: «Man setzt auf einzelne Rennen oder auf die Gesamtmeisterschaft. Schlussendlich zählt, was ist mehr wert», fragt von Allmen rhethorisch.

Bemerkenswerte Erfolge

Seit seiner ersten Teilnahme an einem Waffenlauf machte sich Konrad von Allmen schnell einen Namen in der Waffenlauf-Szene. Einerseit weil er eben regelmässig an den Rennen dabei war, und andererseits weil er meist als Sieger ins Ziel kam und schliesslich auch die Gesamtmeisterschaft vier Mal in Folge gewonnen hat.

«Ich habe natürlich von meiner guten Grundverfassung als Ultra-Distanz-Läufer, sowie von meiner Erfahrung profitiert», erklärt von Allmen im Gespräch. Dadurch konnte er mit taktischer Finesse auch jüngere, fittere Läufer gut in Schach halten.

Gutes Zeitmanagement nötig

Neben einem Vollzeitberuf und einer Familie mit bald zweijähriger Tochter genug Zeit für Training und Wettkämpfe zu finden, das brauche schon ein gutes Zeitmanagement, gibt von Allmen zu: «Der Fernseher steht bei mir in der Abstellkammer, Fernsehen ist verlorene Zeit.» Ausserdem müsse man die wenigen Momente, die fürs Training bleiben auch richtig nutzen und gezielt trainieren.

So könne man auch, trotz zum Teil sehr kurzen Regenerationsphasen zwischen den Rennen, die gesamte Saison mitlaufen. Überhaupt seien die Erholungszeiten sehr wichtig: «Ich kann aber zum Glück bei meiner Frau, die mich immer unterstützt und natürlich bei meiner kleinen Tochter sehr gut neue Energie tanken.»

Pläne für die Zukunft

Ob Konrad von Allmen auch im kommenden Jahr wieder alle Meisterschaftsrennen der Waffenlauf-Saison bestreitet, das könne er jetzt noch nicht sagen, dafür sei die Saison erst zu kurz vorbei: «Ich schätze zwar die Stimmung und die Kameradschaft an den Rennen sehr, aber ob die Motivation nochmals für eine ganze Saison reicht, das werde ich mir jetzt gründlich und in Absprache mit der Familie überlegen.»

Aber auch ohne regelmässige Waffenläufe gehen dem Oltner die Pläne nicht aus: «Es gibt schon noch ein, zwei Rennen auf meiner To-Do-Liste. Extreme Bergläufe zum Beispiel, die ich schon länger im Auge habe.» Bis Ende Jahr möchte er sich entscheiden, wie genau er auch nächstes Jahr auf das für ihn nötige Laufpensum kommt.