Krematorium Solothurn kann weiterhin Zahngold verkaufen

Der Verband der Schweizer Feuerbestatter hat sich mit dem Fall Solothurn befasst. Solothurn kam in die Schlagzeilen, weil das Krematorium Zahngold systematisch aussortiert und verkauft. Der neu verabschiedete Ethik-Kodex des Verbands erlaubt dies jetzt - aber nur im Ausnahmefall.

Urne

Bildlegende: Was gehört in die Urne ausser die Asche der Verstorbenen? Der Verband der Feuerbestatter hat einen Ethik-Kodex verfasst. Keystone

Das Krematorium Solothurn ist eines der wenigen in der Schweiz, das systematisch alle Edelmetalle aus der Asche der Toten aussortiert und verkauft. Als der «Kassensturz» dies im Oktober 2013 publik machte, führte dies zu Diskussionen im Solothurner Gemeinderat, vor allem aber auch in der Guilde der Feuerbestatter.

Intensive Ethikdebatte

Der Verband der Schweizer Feuerbestatter diskutierte den Fall intensiv, erkärt Verbandspräsident Marc Lühti und fasst zusammen: «Wir sind der Meinung, dass wir das Zahngold in den Urnen belassen».

Der Verband hat jedoch eine Ausnahmeregelung beschlossen: «Wenn das Gold trotzdem verwendet wird, dann muss dies gegenüber den Angehörigen klar deklariert werden». So steht es im Ethik-Kodex, den der Verband an seiner Versammlung am Freitag in Lenzburg beschlossen hat.

Zufriedene Solothurner

Aus Sicht der Stadt Solothurn ist diese Ausnahmeregelung positiv, wie Stadtschreiber Hansjörg Boll dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF erklärt: «Dies erlaubt uns, unsere bisherige Praxis weiterzuführen». Nun muss nur noch das Bestattungsreglement in Solothurn ergänzt werden, damit die bisherige Praxis ausdrücklich erlaubt sein wird.

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Zahngold in Kremations-Asche: Umstrittenes Geschäft mit Toten

10 min, aus Kassensturz vom 8.10.2013