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Lehrplan 21 Küttigen: Eltern-Information oder Polit-Propaganda?

Die Schulleitung in Küttigen lädt im Januar zum Info-Anlass über den Lehrplan 21. Es ist natürlich kein Zufall, dass diese Veranstaltung einen Monat vor der Abstimmung zur Anti-Lehrplan-Initiative stattfindet. Und trotzdem soll die Eltern-Information keine politische Veranstaltung werden.

Frau referiert vor vollem Saal
Legende: Der Grat ist schmal: Wenn eine Schule zu einem bildungspolitischen Thema einlädt, macht sie dann Bildung oder Politik? Colourbox

Am 12. Februar entscheidet das Aargauer Stimmvolk über die Volksinitiative gegen den Lehrplan 21. Ein Komitee will mit einer Änderung im Schulgesetz wesentliche Eckpunkte des Lehrplans verhindern – Parlament und Regierung lehnen die Initiative deutlich ab.

Am 19. Januar informiert die Schulleitung Küttigen an einem Abend-Anlass interessierte Eltern über den Lehrplan, die Einladung wurde in den letzten Tagen verschickt. Ein Referent des kantonalen Bildungsdepartements ist eingeladen. Der Experte ist beim Kanton zuständig für die Umsetzung des Lehrplans im Aargau.

Ja, man habe das Datum bewusst gewählt, heisst es bei der Schulleitung in Küttigen auf Anfrage von SRF. Schliesslich müsse man die Bevölkerung ja vor dieser Abstimmung über die Inhalte und Ziele des Lehrplans 21 informieren.

Aber nein, das sei trotzdem keine politische Propaganda. Im Gegenteil: Den Experten habe man eingeladen, um sich selber als Schule bzw. Schulleitung nicht politisch exponieren zu müssen. Es gehe nicht um die Initiative, sondern um den Lehrplan an sich.

Ganz ähnlich tönt es beim Bildungsdepartement in Aarau. Sprecherin Simone Strub erklärt: «Wir schicken einen Referenten, der als Fachperson vertieft Auskunft geben kann, worum es beim Lehrplan 21 geht und wie wir zum Aargauer Lehrplan kommen, den wir ab 2021 umsetzen möchten.» Politische Aussagen seien nicht vorgesehen. An politischen Veranstaltungen trete denn auch nicht dieser Experte auf, sondern Bildungsdirektor Alex Hürzeler selber.

Doch kann man Information und politische Stellungnahme wirklich trennen? Ganz gelingen wird es kaum. Auch die Schulleitung in Küttigen rechnet damit, dass im Publikum Lehrplan-Gegner anwesend sein könnten. Diese dürfen am Ende der Veranstaltung den Experten befragen. Spätestens dann muss und wird der Experte politisch Farbe bekennen und die Position der Aargauer Regierung vertreten. Spätestens dann ist der Info-Abend für Eltern in Küttigen auch ein bisschen Polit-Veranstaltung – selbst wenn er es nicht sein sollte.

(Regionaljournal Aargau Solothurn, 06:32 Uhr)

Schule und Politik

Immer wieder gibt es Diskussionen über Politik in und um Schulen: Bildungsdirektor Alex Hürzeler sagte kürzlich gegenüber SRF, einseitige politische Propaganda habe in Schulen nichts verloren. Dabei ging es um eine Plakataktion gegen geplante Sparmassnahmen in der Bildung.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Dass zu diesem wichtigen und ernsthaften Zukunfts-Schulsystem keine weiteren Kommentare geschrieben werden, ist für mich noch der grössere "Schock", als das Thema selber! Es zeigt ganz deutlich, wie sorglos, labil und uninteressiert Jugendliche, Eltern und ältere Menschen in den Tag hinaus leben! Die Konsum- und Spassgesellschaft hat immer mehr Zeitgenossen fest im Griff! Eine Realität, die der Polit-Elite natürlich voll "in die Hände spielt"! So kann das "dumme" Volk leicht manipuliert werden!
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Solche Manipulations-Veranstaltungen sind rein politisch motiviert! Der Lehrplan 21 ist nun mal bei vielen verantwortungsvollen Bürger(innen) einen politischen Leitfaden: Man will die Schüler noch mehr von den wichtigen Schulfächern entlasten und sie dafür für eine einheitliche, globalisierte Welt (politisch einseitig) noch mehr schulen und manipulieren! Ein Land ohne Bodenschätze braucht aber gut ausgebildete junge Menschen, mit den wichtigen Fächern (Mathe, Physik, Technik, Sprachen, usw) !
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