Kurzarbeit für Firmen in Region: noch keine Panik

Seit Mittwoch ist klar: Firmen können Kurzarbeit beantragen. Sie können neu die Frankenstärke als Begründung für die Beantragung von Kurzarbeitsentschädigung angeben. Die Anfragen bei den Aargauer und Solothurner Ämtern für Wirtschaft laufen heiss. Von Panik ist aber noch nicht die Rede.

Mann mit Brille hält Schrauben in der Hand.

Bildlegende: Josef Maushart, Präsident Solothurner Industrieverband, findet Kurzarbeit ein gutes Zeichen aber selten die Lösung. Keystone

Wenn eine Firma Kurzarbeit beantragt, übernimmt die Arbeitslosenversicherung 80 Prozent des Lohnausfalls der Angestellten. Neu ist dies für Firmen auch möglich, wenn sie ihr Gesuch mit der aktuellen Frankenstärke begründen. Dies der Entscheid des Bundes.

Kurzarbeit sei ein gutes Zeichen aus Bern, das zeige, dass der Bundesrat die Wirtschaft ernst nehme, sagt Josef Maushart, CEO der Fraisa Bellach, und Präsident des Solothurner Industrieverbandes. Trotzdem: Kurzarbeit helfe nicht allen Firmen, ist der Solothurner Unternehmer überzeugt.

«  Kurzarbeit hilft nur einzelnen Unternehmen in der Region. Die meisten müssen jetzt ihre Effizienz steigern. »

Josef Maushart
Präsident Solothurner Industrieverband

Bis jetzt haben sich bereits einige Firmen in den Kantonen Aargau und Solothurn nach Kurzarbeit und den Voraussetzungen erkundigt. Im Aargau waren es bisher über 40 Anfragen, im Kanton Solothurn deren 20 ungefähr. Das seien viele Anfragen, konkrete Gesuche sind aber noch kaum vorhanden.

«Die aktuelle Krise ist ganz anders als jene vor fünf Jahren»

«Die Krise jetzt ist ganz anders als die Finanzkrise 2008/2009. Damals brach die ganze Industrie weltweit zusammen, die Aufträge kamen nicht mehr rein. Nun haben wir kein Auftrags- sondern ein Margenproblem», sagt Jonas Motschi, Leiter des Solothurner Amtes für Wirtschaft und Arbeit gegenüber Radio SRF. Deshalb erwartet man den Ansturm auf Kurzarbeit erst gegen Sommer.

Ähnlich schätzt man die Situation auch im Aargau ein. «Das ist zwar Kaffeesatzlesen, je nach Euro- und Frankenkurs ist die Entwicklung anders. Aber wir gehen davon aus, dass es gegen Sommer deutlich mehr Kurzarbeitsgesuche sein werden als bis jetzt», so Thomas Buchmann vom Aargauer Amt für Wirtschaft und Arbeit gegenüber Radio SRF.