Laxdal: Kaiserstuhl verliert sein traditionelles Theater

Eigentlich geht es dem Theater gut. Weder Besucherzahlen noch das Geld sind ein Problem. Doch das Leiter-Ehepaar Katerina Laxdal und Tyko Strassen wirft das Handtuch. Hintergrund ist eine sehr verwirrliche Geschichte um die (vermeintliche) US-Staatsbürgerschaft von Strassen.

Webseite des Laxdal-Theaters

Bildlegende: Das Laxdal-Theater in Kaiserstuhl hat schon viele Höhen und Tiefen erlebt. Nun schliesst es definitiv auf Ende 2016. Screenshot laxdal-theater.ch

Die Nachricht ist nur wenige Tage alt: Das Laxdal-Theater in Kaiserstuhl schliesst auf Ende 2016. Wer den Gründen nachgeht, landet auf der Internetseite des Theaters. Dort liest man: «All dies hat für uns zu einem enormen Zusatzaufwand geführt und wegen dieses Zusatzaufwandes sehen wir uns nicht mehr in der Lage, neben unserer Berufstätigkeit auch noch das Theater weiterzuführen.»

Die Theaterleiter Katerina Laxdal und Tyko Strassen erklären auf der Internetseite sehr ausführlich, worin dieser «Zusatzaufwand» besteht. Es geht darum, dass unklar ist, ob Strassen eigentlich US-Bürger ist oder nicht. Wegen dieser Unklarheit hat er Probleme mit der Post Finance. Das Erledigen seiner finanziellen Angelegenheiten sei extrem kompliziert geworden, liest man. So kompliziert, dass der Zusatzaufwand nun das Führen des Theater unmöglich mache.

Das Kuratorium will handeln

Dass das Laxdal-Theater schliesst, ist für den Bezirk Zurzach eine schlechte Nachricht. Das Haus in Kaiserstuhl ist das einzige Theater in der Nordostecke des Aargaus, das selber Produktionen macht.

Walter Küng, Leiter der Fachgruppe Tanz und Theater des Aargauer Kuratoriums, ist erschrocken, als er von der Schliessung des Theaters hörte: «Ich denke, das ist etwas, das wir nicht einfach entgegen nehmen können. Wir wollen uns mit verschiedenen Leute dazu noch Gedanken machen.»

Diese Leute, das könnten Personen aus dem Zurzibiet sein. Kaum machte die Nachricht von der Schliessung die Runde, habe er Signale erhalten aus dem Bezirk, die sich eine Zukunft wünschen für ein Theater in der Region, sagt Walter Küng. Er möchte nun eine Art runden Tisch organisieren, um über die Zukunft des Theaters Laxdal zu sprechen.

Das Theater ist geistiges Eigentum

Auf Anfrage sagt Tyko Strassen, dass er sich auch weiterhin ein Theater in Kaiserstuhl wünsche. Aber dieses könne sicher nicht «Laxdal» heissen. Denn dieser Name gehöre seiner Frau und könne nicht übernommen werden.

Und das Theater sei sozusagen ihr geistiges Eigentum: «Es ist alles in unseren Köpfen.» Seine Frau und er könnten das Theater gar nicht einfach so jemand anderem übergeben zur Weiterführung.

Aber Rettungsversuchen will sich Strassen nicht verschliessen. Er tönt an, dass er die ganze Theatereinrichtung einem neuen Theater übergeben würde, gratis sogar.