Lehrer-Boom an der Pädagogischen Hochschule Brugg-Windisch

Die Zahlen haben sich in den letzten Jahren verdoppelt. Die Pädagogische Abteilung der Fachhochschule Nordwestschweiz ist im Aufwind. Gründe: Lehrer verdienen wieder besser und die Ausbildung kann individuell geplant werden. Trotzdem gibt es auch in Zukunft zu wenig Lehrer.

Blick auf das neue Gebäude der Fachhochschule Nordwestschweiz in Brugg-Windisch.

Bildlegende: Die Pädagogische Hochschule in Brugg-Windisch bildet immer mehr Lehrkräfte aus. SRF

Vor sieben Jahren startete die Pädagogische Hochschule in Brugg-Windisch mit 1600 Studentinnen und Studenten. Heute sind es deutlich über 3000, die Zahlen haben sich verdoppelt.

Gründe für den Boom gibt es viele: Die Ausbildungsmöglichkeiten sind attraktiver geworden, unter anderem wegen der Neubauten. Prominentestes Beispiel ist der Campus in Brugg-Windisch.

Zudem ist es möglich, das Studium modular zu gestalten. Man kann den Weg zum Lehrer oder Lehrerin in drei Jahren zurücklegen, man kann bei Bedarf aber auch vier Jahre studieren oder mehr. Das ist für Leute interessant, die schon einen Beruf haben oder die Betreuungspflichten ausüben.

Und die Löhne vor allem der angehenden Lehrerinnen und Lehrer wurden angehoben. Speziell der Aargau legte in diesem Punkt nach. Der Druck des Aargauischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes zeigte Wirkung.

Christian Irgl, Sprecher der Pädagogischen Hochschule, fügt noch einen weiteren Punkt an: «Im Zusammenhang mit der Diskussion über den Lehrermangel rückte der Lehrerberuf bei vielen wieder in den Fokus. Und sie haben gemerkt, wie faszinierend dieser Beruf ist.»

Quereinsteiger nach wie vor gefragt

Die Pädagogischen Hochschulen haben sich auch für Quereinsteiger geöffnet. Von den Kantonen angeregt, wurden in den letzten Jahren spezielle Quereinsteiger-Lehrgänge geschaffen. So konnte sich zum Beispiel ein Jurist in einem zweijährigen Lehrgang zur Lehrperson umschulen lassen.

Diese Quereinsteigerprogramme laufen jetzt aber wieder aus. Das heisst aber nicht, dass der Weg in den Lehrerberuf nur über Gymnasium und Matura führt. Die Zulassungskriterien für die Pädagogischen Hochschulen wurden erweitert. Christian Irgl: «Mit der erweiterten Zulassung ist ein Quereinstieg für erfahrene Berufspersonen möglich. Im Rahmen des regulären Studiums ist so auch ein schweizweit anerkannter Abschluss möglich.»

Die Lehrerausbildung boomt also. Ein Ende des Lehrermangels ist aber nicht absehbar. «Dieser Mangel ist strukturell bedingt», erklärt Christian Irgl gegenüber Radio SRF. «Man weiss heute schon, dass in den kommenden Jahren sehr viele Lehrer durch Pensionierungen aus dem Beruf ausscheiden werden. Das Problem ist nicht gelöst.»

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