Lehrerverband: «Notfall-App an Aargauer Schulen ist überflüssig»

Seit bald zwei Jahren hilft ein Notfall-App den Aargauer Lehrerinnen und Lehrern in Krisensituationen. Besser gesagt: sollte helfen. Denn das Programm stösst auf kein Interesse.

App im App-Store

Bildlegende: Die App «Krisenkompass-Notfall» stösst bei Lehrpersonen im Aargau nicht auf Anklang. SRF

Mit grossem Stolz lancierte vergangenen Freitag der Kanton Zürich eine neue Notfall-App. Ein Programm für das Handy, welches Lehrerinnen und Lehrer berät bei Krisensituationen an der Schule. Zum Beispiel bei Bombendrohungen, Unfällen, Tod, Feuer, etc. Der Kanton Aargau kennt diese App bereits seit bald zwei Jahren. Sie ist ein Flop.

Der Grund: Die Aargauer Lehrerinnen verwenden sie nicht. Noch nie habe man von einer Lehrperson gehört, die die Nothilfe-App gebraucht habe, heisst es beim Aargauischen Lehrerverband (ALV). Wie viele Schulen und Lehrpersonen die App installiert haben, darüber kann der Verband keine Auskunft geben.

Der Grund für die mangelnde Nutzung der App liegt gemäss ALV darin, dass es bereits genügend Beratungsangebote für Lehrerinnen und Lehrer gebe. Ausserdem ist der Verband der Meinung, dass die Lehrer in Krisensituationen vermutlich nicht primär an die App denken.

«  In Krisensituationen redet man wohl lieber mit Menschen als mit einer App. »

Manfred Dubach
Geschäftsführer Aargauischer Lehrerinnen- und Lehrerverband

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Notfall App für Smartphones

2:54 min, aus Schweiz aktuell vom 3.7.2015