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Lehrstellen Aargau Kein Bock: Bau, Gastgewerbe und Sanitäre haben Lehrlingsmangel

  • Rund 120 Lehrstellen gibt es im Aargau auf dem Bau. Über 70 davon sind immer noch frei.
  • In den Bereichen Gebäudetechnik und Metall und Maschinen sind rund 40 Prozent der Lehrstellen noch nicht besetzt.
  • Es gibt Betriebe, die gar keine Lehrlinge mehr suchen, da ihnen der Aufwand dafür zu gross ist. Die Baubranche brummt: Überbauung nach Überbauung schiesst aus dem Boden. Und Arbeit gibt es nicht nur bei Neubauten, sondern auch bei der Sanierung von alten Gebäuden.
Bauarbeiter
Legende: Immer mehr Jugendliche wollen nichts wissen von einer Lehre auf dem Bau. Keystone

Nur: Wer baut all die Häuser und Wohnungen? Junge Leute aus der Schweiz sind es offenbar nicht. Sie haben keine Lust, drei Lehrjahre auf dem Bau zu verbringen. Deshalb sind jetzt noch sehr viele Lehrstellen frei.

Und wenn dann doch jemand eine Lehre auf dem Bau machen will, wird er sehr genau angeschaut. Lehrlinge verursachen einer Firma viel Aufwand. Bricht ein junger Mensch die Lehre ab, war die Mühe des Ausbildungsbetriebs vergebens.

Die Wirtschaft nimmt nicht jeden

Deshalb, so sagt Pascal Johner, Geschäftsführer des Baumeisterverbandes Aargau, nehme man nicht jeden, sondern man setze die Messlatte hoch an: «Wir wollen Leute, die den Beruf richtig und gut ausüben. Wenn sich jemand ein Haus bauen lassen will, gibt er den Auftrag nicht an jemanden, der die Abschlussprüfung nur knapp bestanden hat.»

Bei der Aargauischen Industrie- und Handelskammer (AIHK) kennt man die Problematik der vielen offenen Lehrstellen sehr gut. Der Bau hat die grössten Nachwuchssorgen. Aber auch die Sanitärbranche kann längst nicht alle Lehrstellen besetzen. Und ähnlich sieht es in der Metall- und Maschinenbranche aus.

Es gibt Betriebe, die schreiben ihre Lehrstellen gar nicht mehr aus.
Autor: Peter LüscherGeschäftsleiter AIHK

«Es gibt Betriebe, die frustriert sind, weil sie niemanden finden. Deshalb schreiben sie ihre Lehrstellen gar nicht mehr aus», sagt Peter Lüscher, Geschäftsleiter der AIHK. Trotz weniger Lehrstellen sei der Prozentsatz der nicht besetzten Lehrstellen dieses Jahr gleich hoch wie 2017, führt Lüscher weiter aus. Das zeige, wie angespannt die Situation auf dem Markt für Lehrstellen in gewissen Branchen sei.

Er hofft nun aber wie sein Kollege vom Baumeisterverband, dass sich in den verbleibenden zweieinhalb Monaten bis zum Lehrstart im August doch noch gewisse Jugendliche für eine Lehre als Maurer, Mechaniker oder Sanitärinstallateur erwärmen können.

Offene Lehrstellen im Aargau (Stichtag 18. April)

Berufsgruppe
offene Lehrstellen
offene Lehrstelln in %
Lehrstellen total
Nahrung2432,474
Gastgewerbe7634,4221
Bau7560,5124
Gebäudetechnik8244,1186
Metall, Maschinen
8941,2216
Verkauf17735506




Quelle: kant. Lehrstellennachweis

30 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Ein Thema von nationalem Interesse, statt in Schweiz oder Wirtschaft verfuegbar ins ferner liefen von Regional versenkt....
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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Warum sich für ein Butterbrot die Gesundheit auf dem Bau ruinieren, wenn man mit heisser Luft oder Bullshitjobs bei grossen Konzernen heutzutage bequem einen Wunschlohn verdienen kann?
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    1. Antwort von Sascha Freitag (SF)
      Ich kann ihnen aus Erfahrung sagen, was der Job bei einem der grössten Konzerne global bedeutet hat. Guter Lohn, wenig Arbeit, unnötig kompliziert, keine Kompetenz, unmotivierte Arbeitskollegen...keine eigene Motivation mehr. Nach ein paar Monaten denkt man nur noch an Kündigung und Suche nach einer Herausforderung.
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    2. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      SF, es gibt immer noch genügend Leute, die dieses Angebot an luftleeren Jobs gerne annehmen. - Oswald Grübel sagte zu seiner Zeit als Banken-CEO, dass die Grossbanken mit einem Drittel weniger Angestellten das selbe Resultat erzielen würden, wenn sie sich nicht nur mit sich selber beschäftigen würden. Heute dürfte es sich noch krasser präsentieren. Nur: Wohin wollen wir mit all den akademischen Luftballons, die heute als "Arbeitnehmer" gelten und Löhne erhalten? wohin flössen die Gewinne?
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Frau Fizzi hat die Problemzonen dieser Branche knapp und klar formuliert, da ist Einiges im Argen. Das Lehrbetriebliche und die Tendenz der Ausbeutung, da sind Menschen, die sich aus verschiedenen Gründen nicht so wehren können immer die bevorzugteren. dIE die arbeitsrechtlichen Bedingungen. Noch ist der Kampf um gute Arbeitsbedingungen und rechtzeitige Ausstiegsmöglichkeiten aus dem verschleissenden Markt der Arbeit verpönt, ja beinahe eine unanständige Forderung in der aktuellen Schweiz.
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    1. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      Mit der EU-PFZ heissts nur noch: "Vogel friss oder strib!"....
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