Lohn für grosse Arbeit: Flurnamen-Forscher erhalten Preis

Die Forschungsstelle Solothurnisches Orts- und Flurnamenbuch hat am Freitag den Prix Wartenfels erhalten. Mit dem Preis ehrt die Region Olten-Gösgen-Gäu das Forscherteam für die jahrelange Arbeit. Die Forscher untersuchen und erklären alte Flurnamen.

Wegweiser mit Wanderwegen

Bildlegende: Flurbezeichnungen werden zum Beispiel auf Wanderwegen häufig benutzt. Marco Jaggi/SRF

Jacqueline Reber freut sich über den Preis der Niederämter Stiftung Wartenfels: «Das ist der Lohn für eine sehr grosse Arbeit». Seit 1989 bereits forschen diverse Experten an den Solothurner Orts- und Flurnamen. Seit 2010 laufen die Arbeiten mit dem konkreten Ziel, pro Amtei ein Band mit möglichst vielen Erklärungen zu publizieren.

1100 Seiten allein zu Olten-Gösgen

Drei Bände sind inzwischen publiziert. Allein der Band zur Amtei Olten-Gösgen umfasst 1100 Seiten. Die Forscher prüfen Quellen bis zurück ins 12. Jahrhundert, um Flurnamen wie «Bachmatt», «Brühl», «Hammer» oder «Chäsacker» zu erklären. Eine aufwändige Arbeit, deren Sinn sich vielleicht nicht für alle sofort erschliesst, wie auch Jacqueline Reber weiss.

«Bei Gebäuden ist klar: Die muss man erhalten. Aber das gilt auch für Namen.» Flurnamen sagen viel darüber aus, wie die Landschaft früher ausgesehen hat oder welche Leute dort gewohnt haben.

So fand Reber und ihr Team zum Beispiel heraus, dass das «Chäsloch» in Winznau auf eine frühere Schweinezucht hindeutet. Mit Käse hat die Bezeichnung nichts zu tun. Die häufige Bezeichnung «Brühl» deutet auf ein Feuchtgebiet. Das Grenchner Fussballstadion dürfte also zum Beispiel auf feuchtem Untergrund stehen.

Noch mindestens sechs Jahre Arbeit

Die Flurnamen seien auch heute noch wichtig, betont Jacqueline Reber im Gespräch mit Radio SRF. «Viele von diesen Bezeichnungen werden auch in heutige Strassennamen übernommen.»

Die Stadt Olten sei dafür ein gutes Beispiel, so Reber. Ein Migros-Einkaufzentrum mit dem Namen «Hammer» oder die «Schützi» zeigten, wie lebendig alte Flurbezeichnungen bleiben könnten.

Bis in etwa sechs Jahren will die Forschergruppe um Jacqueline Reber ihre Arbeiten abgeschlossen haben. Dann sollten alle Flur- und Ortsnamen im Kanton Solothurn erforscht sein.

Aktuell arbeitet man mit Hochdruck am Buch zur Region Thal-Gäu. Allerdings: Gerade auch bei diesen Arbeiten wird klar, dass nicht alle Namen restlos erklärt werden können.