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Magere Lehrerlöhne Lehrermangel im Aargau hat sich verschärft

Ende Mai sind in Primarschulen noch immer 80 Stellen offen. Der Lehrerverband schlägt Alarm – der Kanton beruhigt.

Viele offene Stellen: Knapp zwei Monate vor Beginn des neuen Schuljahres fehlen im Aargau an Primarschulen noch fast 80 Lehrerinnen und Lehrer. Auch an der Oberstufe sind noch knapp 20 Stellen offen.

Das sagen die Verbände: Aus Sicht von Elisabeth Abbassi, Präsidentin des Aargauischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands, ist klar: «Der Lehrermangel hat sich im Aargau verschärft.» Bereits seit rund fünf Jahren sei es im Aargau schwierig, geeignete Lehrpersonen zu finden. Auf das kommende Schuljahr hin sei die Suche aber noch einmal schwieriger geworden, speziell auf der Primarstufe.

Ähnliche Erfahrungen macht Beat Petermann, Co-Präsident des Verbands der Aargauer Schulleiter. «Am 13. August muss wieder vor jeder Klasse eine Lehrperson stehen. Für Schulen, die noch auf der Suche sind, wird dies eine sehr schwierige und herausfordernde Aufgabe.» Der Lehrermangel hat sich aus Sicht von Petermann aber nicht nur auf der Primarstufe verschärft, sondern auch an der Oberstufe.

Kinder strecken in Klasse ohne Lehrer auf
Legende: Kinder ohne Lehrerin: Im Aargau hat sich der Mangel an Lehrpersonen verschärft. Imago

Das Problem: Verantwortlich für den Lehrermangel seien die schlechten Anstellungs- und Lohnbedingungen im Aargau, kritisieren der Lehrerverband und der Schulleiterverband. Vor allem bei jungen Lehrern sei der Aargau nicht mehr konkurrenzfähig im Vergleich zu anderen Kantonen. Viele junge Lehrer würden deshalb in andere Kantone wechseln. Der Lehrermangel würde aber auch durch eine Pensionierungswelle verschärft.

Das sagt der Kanton: Beim Kanton will man nichts von einer Verschärfung des Lehrermangels wissen. Die Zahl der offenen Stellen sei ähnlich wie in den Vorjahren, sagt Victor Brun von der Abteilung Volksschule beim Kanton Aargau. Die Situation sei aber «ein bisschen angespannter» als auch schon.

Würde sich die Situation noch verschärfen, würde man auch Massnahmen ergreifen, so Brun. Unter anderem würde man pensionierte Lehrer anschreiben oder Stelleninserate im Ausland schalten. Wie weit man von solchen Massnahmen entfernt ist, will Brun aber nicht sagen. Und ja, der Lohn sei sicher ein wichtiger Faktor. Die Regierung habe die Zeichen aber erkannt und eine Reform der Löhne in Angriff genommen.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Felix von Wartburg (felitsche)
    Unser Bildungssystem hinkt der Realität um Jahre hintennach, sowohl was die Lernziele, die Entlohnung der Lehrpersonen wie auch die Pädagogik anbelangt. Ein Bildungssystem muss von unten nach oben durchdacht und gestaltet werden und nicht umgekehrt. Was in unserem Bildungssystem fehlt ist MOTIVATION. Ohne motivierte Lehrer und ohne motivierte Schüler und Schülerinnen ist kein Erfolg zu erwarten. Unsere Politiker müssen für mehr Motivation sorgen. Wenn sie aber selbst nicht motiviert sind…?
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  • Kommentar von Alex Schneider (Alex Schneider)
    Löhne der Lehrkräfte: Der Markt ist das beste Kriterium! Um das optimale Niveau der Löhne der Lehrkräfte festzulegen, gibt es nur ein vernünftiges Kriterium: der Markt! Gibt es zu wenige Stellenbewerbungen respektive Pädagogikstudentinnen und –studenten in der Schweiz, ist das Lohnniveau zu tief. Gibt es davon zu viele, ist es zu hoch.
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Das Bildungs-Unwesen, mit den vielen unübersichtlichen, teuren "Kantönligeist-Systemen" im Mini-Land, welche einen "Bildungs-Wirrwarr" auslösten, muss endlich einer Sinn machenden Reform weichen = "Ursachenbehebung"!! Ein Bildungs-Basis-System schweizweit, auf welches dann die einzelnen Sprachregionen entsprechend aufbauen können, würde vieles im Schulalltag erleichtern ( zB Umzüge innerhalb der Schweiz von Familien und Lehrpersonen)! Wo "fähige" Köpfe Willens sind, gibt es Lösungen...!
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