Marti AG will in Bellach trotzdem bauen

Eine riesige Halle mit einer Bodenwaschanlage am Dorfrand von Bellach ist unerwünscht, hat die Gemeindeversammlung am Dienstagabend klar gemacht. Trotzdem will die Marti AG ihre Anlage in Bellach bauen. Sie will jetzt den Plan B realisieren, der für Bellach allerdings weniger vorteilhaft ist.

Die geplante Bodenwaschanlage wird gebaut, sie wird aber anders aussehen.

Bildlegende: Die geplante Bodenwaschanlage wird gebaut, sie wird aber anders aussehen. ZVG

Die Baufirma Marti aus Solothurn hatte eigentlich im Sinn, ihren Firmensitz nach Bellach zu verlegen und dort ein Recycling-Center zu bauen: eine 110 Meter lange Halle mit einer Anlage, die pro Jahr 40‘000 Tonnen verseuchte Erde waschen könnte, etwa mit Öl verschmutztes Kies.

Die Gemeindeversammlung von Bellach machte diesen Plänen am Dienstagabend aber einen Strich durch die Rechnung. Bellach ist nicht bereit, für das Projekt Land aus der Reservezone am Dorfrand herzugeben.

Marti will jetzt in der Industriezone bauen 

Nun will die Marti AG die Bodenwaschanlage aber trotzdem bauen, bestätigt Geschäftsführer Christoph Müller im Regionaljournal vom Mittwochmittag. Die Baufirma ist bereits mit einem Werkhof präsent und verfügt über ein Firmengelände in der Industriezone. Dort hätte die Anlage Platz.

Nicht mehr realisiert werden kann aber das eigentlich ebenfalls geplante Bürogebäude für den Firmensitz der Marti AG, mit Büros für zusätzliche Firmen. Ohne Land aus der Reservezone habe es für dieses Gebäude einfach keinen Platz mehr, sagt Geschäftsführer Müller.

Statt 100 nur noch 15 Arbeitsplätze für Bellach 

Für Bellach würde dieser Plan B bedeuten: Das Dorf bekäme zwar die Bodenwaschanlage mit 15 Arbeitsplätzen, nicht aber das Bürogebäude mit 100 Arbeitsplätzen. Statt die Steuereinnahmen vom Firmensitz hätte Bellach nur den von etlichen Bewohnern befürchteten Dreck und Lärm der Waschanlage.

Auch wenn die Marti AG die Bodenwaschanlage nun auf dem bestehenden Firmengelände in der Industriezone bauen möchte, so benötigt sie allerdings auch dort eine Baubewilligung. Und dagegen will sich die «IG Lebenswertes Bellach» bis vor Bundesgericht wehren.

Für Baubewilligung bis vor Bundesgericht

In der IG sind zahlreiche Bellacher zusammengeschlossen, welche sich gegen die Bodenwaschanlage wehren. Dass die IG ihren Widerstand auch bei einem Plan B nicht aufgeben wird, hat sie letzte Woche im Regionaljournal klar gemacht.

Geschäftsführer Christoph Müller schreckt dies nicht ab: «Ich rechne damit, dass wir bis vor Bundesgericht gehen müssen. Das liegt einfach in der Natur des politischen Weges heute, dass man für solche Anlagen lange Planungsphasen hat und lange auf die Realisierung warten muss».