Mettauertal feiert das Köhlerhandwerk

Einen Monat lang zeigt die Aargauer Gemeinde Mettauertal, wie aus Holz Kohle entsteht. Ziel ist es, dieses alte Handwerk der Bevölkerung näher zu bringen.

Das Köhlerfest findet vom 25. August bis zum 21. September im Ortsteil Wil der fusionierten Gemeinde Mettauertal statt. Der Höhepunkt: am Freitag zündet Köhlerin Doris Wicki den Kohlemeiler an. «Dann beginnt die richtig schwere Arbeit», sagt sie. Rund zweieinhalb Wochen dauert es, bis kein Holz mehr übrig ist, sondern nur noch Kohle.

In dieser Zeit steht Doris Wicki im Dauereinsatz, alle zwei Stunden muss sie den Kohlemeiler kontrollieren. «Anhand des Rauchs sehe ich, ob das Holz richtig verglüht». Eine Gefahr sei, dass der Meiler Feuer fange. Das Holz dürfe nur glühen.
Auch in der Nacht muss Wicki zum Kohlemeiler schauen. Ihr Arbeitsweg ist jedoch kurz - das OK des Köhlerfestes hat ihr eine Holzhütte direkt neben den Meiler gebaut.

Viele potentielle Käufer für Kohle aus Mettauertal

Doris Wicki hat ihr Handwerk von ihrem Vater und ihren beiden Brüdern gelernt. Eine eigentliche Lehre dafür gebe es nicht, sagt sie. «Die Faszination für mich ist dieses alte Handwerk, es ist Jahrtausende alt und sehr wichtig, denn ohne Kohle hätte es keine Entwicklung gegeben.»

Von der Köhlerei begeistert ist auch André Schraner, OK-Präsident des Köhlerfestes im Aargauer Mettauertal. «Wir möchten dieses alte Handwerk gerade auch jüngeren Menschen zeigen», so Schraner. Schliesslich werde Kohle heute industriell im Ausland produziert und in die Schweiz importiert.

Die Kohle, die hier im Mettauertal entsteht, ist aber nicht für die Tonne. «Wir verkaufen unsere Kohle, es haben sich schon viele Interessenten gemeldet», sagt Schraner weiter. Denn die Kohle aus dem Mettauertal sei hochwertige Kohle, sie glühe länger als die importierte Kohle. Laut Schraner könne man mit diesem Meiler bis zu 1500 Kohlesäcke füllen.

(Regionaljournal Aargau Solothurn, 17:30 Uhr)