Michel-Konkurs: Angestellte erhalten ihr Geld – der Frust bleibt

Als die Grenchner Firma Michel Präzisionstechnik im November ihren Betrieb einstellte, standen mehr als 80 Mitarbeiter auf der Strasse. Jetzt erhalten sie wenigstens die ausstehenden Löhne, haben sie an der Gläubigerversammlung erfahren. Das Tochterunternehmen in Tschechien kann verkauft werden.

90 Personen kamen am Freitag an die erste Gläubigerversammlung ins Parktheater Grenchen. Die meisten waren ehemalige Angestellte der Michel Präzisionstechnik, die im November 2015 von einem Tag auf den anderen ihren Betrieb einstellte.

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Bildlegende: Aus der Konkursmasse der Grenchner Firma Michel können nun wenigstens sicher die ausstehenden Löhne bezahlt werden. Colourbox

Als letzten Monatslohn erhielten die Angestellten 2500 Franken. Nun verlangen sie den Rest des Lohns, die Auszahlung der geleisteten Überstunden und der nicht bezogenen Ferien. Insgesamt belaufen sich die Forderungen der Angestellten auf über vier Millionen Franken.

Tochterfirma bringt 6,4 Millionen

Die Chancen stehen gut, dass sie dieses Geld erhalten, war an der Gläubigerversammlung zu erfahren. Das Tochterunternehmen in Tschechien, das Michel erst vor zweieinhalb Jahren gegründet hat, muss nämlich nicht schliessen, sondern kann verkauft werden. Das spült Millionen in die Konkursmasse.

Eine Firma habe 6,4 Millionen Euro für das Werk in Tschechien geboten und den Zuschlag erhalten, teilte die zur Konkursverwalterin gewählte Transliq an der Versammlung mit. Der Vertrag sei zwar noch nicht ganz unterschrieben, aber so gut wie. Laut dem ehemaligen Marketing-Chef der Michel, Alfred Allemand, handelt es sich beim Käufer um das Präzisionstechnik-Unternehmen Stoba aus Deutschland.

Noch nicht klar ist, wieviel neben den Angestellten die weiteren Gläubiger der Michel AG erhalten werden. Die Lieferanten machen bislang 16 Millionen Franken geltend. Noch bis Anfang März können sie allerdings weitere Forderungen stellen.