Mischa Gasser: «Das Risiko ist gut kalkulierbar»

Für den Solothurner Skiakrobaten Mischa Gasser ist die Saison vorzeitig zu Ende. Er verletzte sich am vergangenen Wochenende beim Aerials-Wettkampf in Moskau bei der Landung eines Sprunges. Gerade zu dem Zeitpunkt als seine Formkurve nach oben zeigte.

Mischa Gasser.

Bildlegende: Skiakrobat Mischa Gasser an den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi. Keystone

«Full Double-Full Full», ein Dreifachsalto mit vier Schrauben, die Landung dieses Sprunges wurde dem Solothurner Skiakrobaten Mischa Gasser zum Verhängnis. Obwohl es ein verhältnismässig harmloser Sturz war, zog sich Gasser einen Innenbandriss am rechten Kniegelenk zu. Dies bedeutete das vorzeitige Saisonende. Im Interview spricht der Skiakrobat über vergangene Wettkämpfe und das Risiko seiner Sportart Ski Freestyle.

Sie haben sich vor einer Woche an einem Wettkampf in Russland verletzt. Was ist passsiert?

In der Luft lief noch alles gut. Bei der Landung habe ich mich aber verschätzt. Ich landete zu weit vorne auf dem Ski und hängte dann mit dem rechten Ski ein. Daraufhin hat es im Knie «klöpft».

Nun verpassen Sie die letzten Wettkämpfe der Saison, darunter auch die Schweizer Meisterschaft. Das muss frustrierend sein...

Ja. Das Weltcupspringen in Minsk zu verpassen, ist nicht lustig. Aber auch die Schweizer Meisterschaft in Airolo wäre wichtig gewesen für mich. Ich hätte gerne noch einmal gezeigt was ich kann.

Warum wäre gerade Minsk so wichtig gewesen für Sie?

Ich habe sehr gute Erinnerungen an Minsk. Im letzten Jahr wurde ich hier Sechster. Zudem gefällt mir die Anlage in Minsk sehr gut.

Der sechste Platz in Minsk war Ihr bestes Ergebnis der Karriere. In diesem Jahr war ein zehnter Platz ihr bestes Ergebnis – und nun die Verletzung. Läuft es in dieser Saison einfach nicht?

Ja, es lief von Anfang an nicht hundertprozentig. Nach dem Top-10-Resultat im ersten Wettkampf erreichte ich drei Mal nicht einmal die Top-20. So habe ich mir das nicht vorgestellt.

Skiakrobatik ist nicht ungefährlich. Fasziniert Sie das Risiko?

Das Risiko ist eigentlich gut kalkulierbar. Das Risiko, sich im Strassenverkehr zu verletzen ist vermutlich einiges grösser als bei meinem Sport.

Was geht Ihnen durch den Kopf wenn Sie springen?

Das einzige, was ich während einem Sprung höre, ist mein Trainer. Er kann noch letzte Anweisungen rufen, z.B. ob der Anlauf optimal war oder nicht. Man spürt das aber auch selber sofort und kann den Sprung noch beeinflussen.

Können Sie in der Luft tatsächlich noch auf die Anweisungen des Trainers reagieren?

Ja, das geht schon noch. Manchmal hilft es auch einfach, wenn der Trainer ruft, dass alles rund läuft. Dann weiss man, dass man den Sprung ganz normal durchziehen kann.

Skiakrobatik erfordert viel Erfahrung. Sie stehen aber erst in ihrer 4. Saison, weshalb sind Sie dennoch bereits so erfolgreich?

Die Erfahrung ist sicher wichtig. Aber ich habe bereits mit viereinhalb Jahren mit Kunstturnen begonnen. Seither habe ich immer akrobatische Sportarten betrieben, z. B. Trampolin oder Geräteturnen. Deshalb konnte ich ein grosses Repertoire an aktrobatischen Bewegungsabläufen in die Skiakrobatik mitnehmen.