Mittellandarena: Kanton mischt sich nicht in Standortfrage ein

Sie ist schon lange ein Thema: Die neue Multifunktionshalle im Westaargau. Eine Halle für Sport- und andere Veranstaltungen für bis zu 7000 Zuschauer soll dereinst in der Region gebaut werden. In Zofingen läuft bereits eine Planung dafür, doch ein anderer Vorschlag macht plötzlich Konkurrenz.

Plan eines Stadions. In der Mitte ein Basketballfeld.

Bildlegende: So sahen die ersten Pläne für die Mittellandarena aus. ZVG

Eine Projektgruppe der Wirtschaftsförderung Zofingen beschäftigt sich schon länger mit der Planung. Unter dem Namen Mittellandarena soll die neue Halle in Zofingen gebaut werden.

Die Stadt Zofingen hat auch schon grünes Licht für einen möglichen Standort beim Berufsbildungszentrum gegeben, zumindest kann das Projekt dort weiter geplant werden. Dieser Platz sei gut, finden sowohl Projektgruppe als auch Stadt. Es habe Platz, sei eine Zone für öffentliche Bauten und vor allem habe es eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr.

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Mitten in diese laufende Planung platz ein weiterer Vorschlag. Einige Grossräte aus dem Bezirk Zofingen rund um Benjamin Giezendanner lancieren die Idee, dass die neue Halle auch in Rothrist, neben die neue Wiggertalstrasse auf die grüne Wiese gebaut werden könnte. Das habe viele Vorteile, vor allem sei die Erreichbarkeit der Halle für Autofahrer besser.

Allerdings steckt noch ein anderer Gedanke hinter dem Vorschlag: In Rothrist braucht das Hallenbad dringend eine Sanierung oder soll gleich ganz neu gebaut werden. Und der Rothrister Politiker findet, man könnte dieses doch gleich mit der neuen Halle kombinieren. Zwei Fliegen mit einer Klappe quasi

Keine Einmischung

Gleichzeitig könnte man für das Projekt dann auch gleich Gelder aus Bundes- und/oder Kantonstöpfen anfordern und so müsste Rothrist nicht die gesamten Kosten fürs Hallenbad selber tragen.

Mit einem Postulat an die Aargauer Regierung wollten die Grossräte wissen, welchen Standort der Regierungsrat denn besser finden würde, und ob er auch gleich bei Planung und Finanzierung der Sporthalle mitmachen würde (vgl. Vorstoss im Grossen Rat).

Sporthalle mit mehreren Unihockeyspielern

Bildlegende: In Zofingen soll eine neue Sporthalle (wie hier in Bern) entstehen. Keystone

In der Antwort der Regierung heisst es nun aber, für solche Projekte sei der Kanton gar nicht zuständig. Das sei Sache von Gemeinden und privaten Investoren. Solange alles im Rahmen des kantonalen Richtplanes liege, mische man sich nicht in die Planung ein.

Solche Bauprojekte seien Sache der Gemeinden und diese sollten sich auch untereinander absprechen, wo der beste Standort ist. Das könne und wolle nicht der Kanton entscheiden.

Im Westaargauer Hallenstreit ist nun also immerhin eines klar: Die Gemeinden müssen selber miteinander reden. Und das sollten sie wohl auch zügig machen, da sich die Ideen ansonsten noch gegenseitig blockieren könnten.