Mord und Verrat im Chorherrenstift in Solothurn

Der Solothurner Silvan Freddi hat die Geschichte des Chorherrenstifts St. Ursus in Solothurn untersucht. Er zeigt die Wichtigkeit des mittelalterlichen Stifts und wie es schliesslich an Macht verlor. Freddi hat 421 Lebensläufe von Chorherren zusammengetragen und viele Geschichten gefunden.

St. Ursenkirche

Bildlegende: Die Chorherren waren für die Messen in der St. Ursenkirche zuständig, der Vorgängerin der heutigen Kathedrale. zvg

Die Solothurner Mordnacht 1382: Hans Roth warnt die Stadt vor einem Angriff des Grafen Rudolf von Kyburg. Beteiligt am Komplott sind aber nicht nur regionale Adelige, sondern auch Chorherren. Einer von ihnen wird schliesslich von erzürnten Bürgern in der St. Ursenkirche, während der Messe, umgebracht.

Dies ist eine der Geschichten des Solothurner Historikers Silvan Freddi, die er in den Quellen über das Chorherrenstift St. Ursus gefunden hat. Neben Verrat und Mord, geht es auch um Sex, aussereheliche Beziehungen und uneheliche Kinder.

Machtkampf zwischen Stift und Stadt

Die Dissertation von Silvan Freddi basiert auf 421 Lebensläufen von Chorherren. Die Chorherren waren zuständig für die Messen an der St. Ursenkirche. Ihr Stift bestimmte über Jahrhunderte die Geschehnisse der Stadt Solothurn, bis es seine Macht schliesslich an die Stadt abgeben musste.

Silvan Freddi zeigt diesen Machtkampf zwischen dem Stift und den Bürgern der Stadt im Detail auf. Im 16. Jahrhundert war dieser Prozess vollzogen. Endgültig aufgehoben wurde das Stift allerdings erst 1874 mittels einer Volksabstimmung.