Mümliswiler «Haar und Kamm»-Museum will ohne Kuratorin auskommen

Eine Kuratorin könne sich das kleine Museum in der Region Thal nicht mehr leisten. Dies kann man in der Solothurner Zeitung vom Donnerstag lesen. Es geht auch ohne, sind sich zwei Experten einig. Das Museum wird sich jedoch verändern.

Blick in die Ausstellung des Museum.

Bildlegende: Im Frühjahr 2007 öffnete das Schweizerische «Haar und Kamm»-Museum in Mümliswil die Tore. Keystone

Das Museum «Haar und Kamm» widmet sich der alten Tradition der Kamm-Produktion in der Region Thal. In den letzten knapp vier Jahren wurde das Museum, unter der Leitung der Kunsthistorikerin Yvonne Höfliger, überregional bekannt.

Nun will der Trägerverein des Museums ohne Kuratorin auskommen. Aus Kostengründen wurde ihr gekündigt, schreibt die Solothurner Zeitung. Man könne sich mit dem vom Kanton für einzelne Projekte zur Verfügung gestellten Geld keine Kuratorin mehr leisten.

Langsamer aber nicht weniger gut

Für den Präsidenten des Museumsverbunds des Kantons Solothurn, Lukas Walter ist klar, dass es für jedes Museum schön wäre, eine Kuratorin zu haben.

Auf der anderen Seite kommen die meisten kleinen Museen ohne Kurator aus. Hinter den Museen stehen meist Freiwillige. Diese könnten ein kleines Museum grundsätzlich genau gleich gut leiten, so Walter: «Die Leute interessieren sich stark für die Dinge, die in ihrem Museum ausgestellt wird. Sie verfügen über ein grosses Fachwissen, das jenes von Kuratoren häufig übertrifft.» Das Problem bei dieser ehrenamtlichen Arbeit sei der Faktor Zeit: «Es geht sicher alles langsamer.»

Auch André Schluchter, Leiter Kulturpflege beim Kanton Solothurn, glaubt an eine erfolgreiche Weiterführung des Museums durch Laien. Das Museum «Haar und Kamm» sei bis anhin eine Ausnahme gewesen. «Im Zusammenhang mit der Wirtschaftsförderung für die Region Thal wurde es eine Zeit lang mit professioneller Hilfe unterstützt», erklärt Schluchter gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Schweizer Radio SRF.