Murgenthal/Fulenbach: Feuerwehr darf im Schritttempo über Brücke

Es gibt eine Lösung für das Feuerwehrproblem an der Aarebrücke zwischen Murgenthal (AG) und Fulenbach (SO). Die Kantone und die Gemeinden haben sich auf eine Ausnahmeregelung geeinigt. Demnach dürfen Feuerwehrautos auch künftig über die alte Holzbrücke fahren – trotz neuem Verbot.

Holzbrücke.

Bildlegende: Die Holzbrücke bildet den Schnittpunkt der Kantone Aargau, Solothurn und Bern. SRF

Die alte Holzbrücke zwischen Murgenthal und Fulenbach darf nicht mehr zu stark belastet werden. Sonst würde ihre Lebensdauer dramatisch verkürzt. Bereits heute gilt deshalb eine Maximallast von 3,5 Tonnen pro Achse. Schwere Lastwagen dürfen die Brücke also nicht passieren.

Diese Gewichtsbeschränkung reicht nicht mehr, finden aber die Kantone Aargau und Solothurn. Sie wollen eine Maximallast von 3,5 Tonne pro Fahrzeug durchsetzen. Dagegen wehren sich verschiedene Einsprecher.

Verbot gefährdete Zusammenarbeit der Feuerwehren

Bis vor Kurzem gehörten auch die Gemeinden Murgenthal und Fulenbach zu den Einsprechern. Die Aargauer und Solothurner Gemeinde verbindet einiges, so arbeiten zum Beispiel die Feuerwehren zusammen.

Das neue Verbot wäre das Ende dieser Zusammenarbeit gewesen, wären doch die schweren Feuerwehrautos unter das Verbot gefallen und hätten die Brücke nicht mehr passieren dürfen. Dadurch hätten die Feuerwehren Umwege fahren müssen, was natürlich keinen Sinn macht bei einem Brand.

Ist Schritttempo im Brandfall angebracht?

Nun ist aber klar: Die Kantone gewähren den Feuerwehren eine Ausnahmebewilligung. Sie dürfen die Brücke weiter befahren. Ein Gutachten hat gezeigt, dass die Brücke diese Last erträgt. Allerdings unter zwei Bedingungen: Erstens müssen die Feuerwehrautos einzeln über die Brücke fahren, zweitens dürfen sie es nur im Schritttempo. Stellt sich die Frage: Geht so nicht auch viel zu viel Zeit verloren, wenn es brennt?

Nein, sagt Thomas Blum, Vize-Gemeindepräsident von Fulenbach. Schliesslich sei die eigene Feuerwehr so oder so zuerst vor Ort, die Feuerwehr aus dem Nachbardorf komme nur zur Unterstützung. Deshalb sei es kein Problem, wenn die nachfolgenden Feuerwehrautos im Schritttempo nachrückten.

«  Wegen der Schritttempo-Regelung brennt kein Haus mehr oder weniger nieder. »

Thomas Blum
Vize-Gemeindepräsident Fulenbach

Die Gemeinden Murgenthal und Fulenbach zeigen sich glücklich, dass sie zusammen mit den Kantonen eine Lösung gefunden haben. Ihre Einsprachen gegen das neue Verbot haben sie bereits früher zurückgezogen.

Beide Gemeinden haben nämlich selber ein Interesse daran, dass die Maximallast der Brücke weiter eingeschränkt wird. «Die Brücke soll möglichst lange halten», sagt Fulenbachs Vize-Gemeindepräsident Thomas Blum. Diese Meinung teilen jedoch nicht alle.

Bauern noch immer unzufrieden

Zwei Einsprachen sind noch hängig: Die eine stammt aus den Federn des Aargauischen Verbandes für Landtechnik, die andere aus den Federn des Solothurner Verbandes für Landtechnik. Die Verbände setzen sich für die Interesse der Bauern ein, welche mit ihren schweren Maschinen und Traktoren auch betroffen wären von einem neuen Verbot.

Die Bauern wollten deshalb ebenfalls eine Ausnahmebewilligung für die Brücke, damit sie keine Umwege fahren müssen. Die Kantone lehnten dies jedoch ab mit der Begründung, dass die Landwirte die Brücke öfters befahren würden als die Feuerwehr.