Murgenthal und Fulenbach haben eigene Pläne für eine neue Brücke

Seit Jahrzehnten wird über eine neue Brücke diskutiert, auf dem Aareabschnitt zwischen Rothrist und Murgenthal. Nun geht die Vernehmlassungsfrist für die jüngsten Pläne zu Ende, und die beiden am stärksten betroffenen Gemeinden haben andere Pläne als der dafür zuständige Kanton Solothurn.

Die beiden Gemeinden Murgenthal und Fulenbach gehören zwar nicht zum selben Kanton, dennoch gibt es einiges, was die beiden verbindet: Die Aare und vor allem die alte Holzbrücke zwischen den Gemeinden, man hilft sich mit der Feuerwehr gegenseitig aus – und beide möchten nicht vom Verkehr erdrückt werden.

Holzbrücke über die Aare, fotografiert von der Fulenbacher Seite her.

Bildlegende: Sie soll nicht mehr den ganzen Verkehr über die Aare schlucken: Die Holzbrücke zwischen Fulenbach und Murgenthal. Bähram Alagheband/SRF

Doch letzteres befürchten die Aargauer Gemeinde Murgenthal und die Solothurner Gemeinde Fulenbach. Denn der Kanton Solothurn, der für die Holzbrücke zuständig ist, schlägt eine neue Brücke ausgangs Murgenthal vor, im sogenannten «Fahracker». Und mit dieser Variante befürchten beide Gemeinden noch mehr Verkehr, besonders mehr Lastwagen.

In der Vernehmlassung, die am Freitag zu Ende geht, waren Stellungnahmen gefragt für eine neue Aarebrücke gesucht, auf dem Aareabschnitt zwischen Rothrist und Murgenthal. Dabei fokussieren sich Murgenthal und Fulenbach auf eine Variante mit einer Aarebrücke zwischen Fulenbach und Boningen.

«  Wir bevorzugen die Variante am Standort ‹Aaretränke›, weil diese den Verkehr nicht durch unsere beiden Dörfer fliessen lässt. »

Max Schärer
Gemeindeammann von Murgenthal

Diese Variante sei für Murgenthal und Fulenbach die beste. Und auch Wolfwils Gemeindepräsident Georg Lindemann unterstützt auf Anfrage diese Variante. Auch diese Gemeinde ist von einer allfälligen neuen Aarebrücke betroffen und unterstützt die Pläne der beiden anderen Gemeinden.

Allerdings machen alle Gemeinden gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn klar, dass es ohne eine zusätzliche Entlastungsstrasse nicht geht.

«  Nach dieser Brücke braucht es direkt eine Strasse, die zum Autobahnanschluss Egerkingen führt. »

Hugo Kissling
Gemeindepräsident von Fulenbach

Es dürfe nicht sein, dass die Lastwagen trotz neuer Brücke dann doch wieder in Fulenbach landen, erklärt Hugo Kissling. Wie der Kanton Solothurn reagiert – er ist zuständig für das Verfahren – das ist noch offen.

Im Richtplan des Kantons ist der Standort ausgangs Murgenthal nämlich bereits drin. Auch der Kanton Aargau hatte diesen Standort bereits früher einmal im Richtplan drin. Auf Druck der Gemeinde Murgenthal wurde er jedoch wieder entfernt.

Nun wird der Kanton Solothurn die Stellungnahmen der Gemeinden Murgenthal und Fulenbach sowie allfällige weitere Stellungnahmen prüfen. Danach dürfte es zu einer Sitzung kommen, in welcher über das weitere Vorgehen diskutiert wird.